Washington/Orlando – Die ersten Fans hatten sich schon 48 Stunden vor dem Auftritt des Präsidenten mit Schlafsäcken und Zelten vor dem Eingang der Amway-Sportarena in Orlando positioniert. Denn die Sitze für den offiziellen Auftakt der Wiederwahl-Kampagne Donald Trumps in Florida waren begehrt: 20.000 Anhänger waren für den Termin maximal zugelassen, doch rund 120.000 Menschen hatten sich nach Angaben des Trump-Lagers um eine Karte beworben.

Startschuss in Florida

Der Startschuss – eineinhalb Jahre vor dem Wahltermin – kam zu einem pikanten Zeitpunkt: Am gleichen Tag hatte Patrick Shanahan, der designierte Verteidigungsminister des Präsidenten, nach Berichten über häusliche Gewalt in seiner Familie auf sein Amt verzichtet. Parallel dazu hatten Demoskopen erneut unvorteilhafte Umfragen veröffentlicht, denen zufolge Trump in wichtigen Bundesstaaten wie Pennsylvania, Michigan und auch Florida deutlich hinter dem im internen Wettbewerb der Demokraten bei Erhebungen führenden Joe Biden zurückliegt.

Doch all diese frischen Hiobsbotschaften schienen von Trump wie so oft abzuprallen, als er das Podium zu „USA, USA„-Sprechchören betrat. Zum Kampagnenauftakt rasselte er Altbekanntes herunter: Man habe nun „die beste Wirtschaftslage aller Zeiten“, sechs Millionen neue Jobs geschaffen, und dem Land gehe es so gut wie nie zuvor. Auch Latinos und Afro-Amerikanern gehe es, was die Beschäftigung angeht, so gut wie nie zuvor.

Keilen gegen die Demokraten

Die Regierung sei 2016 von einer politischen Klasse zurückgerungen worden, die sich nur am Land bereichert habe, formulierte Trump. Ein verbaler Schienbeintritt in Richtung der Demokraten. „Der Sumpf kämpft gewalttätig und bösartig zurück“, beklagte Trump die politischen Ermittlungen, nachdem er doch durch den Bericht von Sonderermittler Robert Mueller „gewonnen“ habe. Dass dies nicht den Fakten entspricht, störte Trump nicht.

In knapp 90 Minuten skizziert Trump seine „Horrorvision“ für 2020: Ein Präsident der Demokraten und ein von „radikalen Demokraten“ dominierter Kongress. Dann würden diese das Land mit illegalen Einwanderern überfluten. Zugleich kündigt der Präsident an, in Kürze Millionen illegal im Land befindliche Migranten ausweisen zu lassen.

„Macht Amerika wieder großartig“, ließ er die Anhänger wenig später wieder skandieren, nur um dann den Slogan angesichts seiner Effektivität zu modifizieren: „Keep America great again“ – sorgt dafür, dass Amerika großartig bleibt.