CDU und CSU in herrlicher Harmonie. Noch vor einem Jahr war das undenkbar, als die Union über die Flüchtlingspolitik zu brechen drohte und die Parteien mehr voneinander zu trennen schien als Christ- und Sozialdemokraten.

Doch die Einigkeit hat ihren Preis: Die neu beschworene Union will die Europawahl gewinnen und vor allem die AfD besiegen. Gleichzeitig distanziert sie sich aber von den Sozialdemokraten. Auch sie haben kräftig gegen den Koalitionspartner in Berlin ausgeholt. Eigentlich ganz normal.

Doch bei diesen Europawahlen steht viel auf dem Spiel. Statt sich gegenseitig Ideen- und Leidenschaftslosigkeit vorzuwerfen, wäre es angebracht, gemeinsam für ein starkes Europa anzutreten. Wer Kommissionspräsident wird, sollte an zweiter Stelle stehen.

In erster Linie muss es darum gehen, den Populisten keinen Raum zu geben, das Projekt Europa kaputt zu machen. Das gelingt nicht, wenn die Traditionsparteien in gewohnter Manier aufeinander einhacken.