Kommt er oder kommt er nicht? Diese Frage hat nicht nur die mehr als 3000 Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums umgetrieben. Auch die Mitarbeiter des Flughafen Zürich verbrachten die vergangenen Tage in Ungewissheit. Am Donnerstagvormittag soll die Airforce One mit Donald Trump an Bord Schweizer Boden berühren. Von dort aus wird der US-Präsident in einen White-Hawk-Helikopter umsteigen und dann, eskortiert von Black Hawks der US-Air Force und zwei Super Pumas der Schweizer Luftwaffe, nach Davos weiterfliegen. Anschließend folgt ihm sein auf mehrere Limousinen verteilter Begleittross in die Alpen nach.

So weit der Plan. Er hätte sich als hinfällig herausstellen können, falls die Budget-Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten nicht doch noch ein schnelles Ende gefunden hätten. Ohne den Kompromiss in Washington hätte der Präsident seinen Transatlantik-Flug vielleicht sogar ganz abgesagt. „Dann wären viele Sitzungen hier umsonst gewesen“, sagt eine erleichterte Sonja Zöchling, Sprecherin des Flughafen Zürich.

Zöchlings Aussage ist noch vorsichtig formuliert. Tatsächlich hätte das Fernbleiben des Präsidenten eine gigantische Ressourcen-Verschwendung bedeutet: Nach Informationen des schweizerischen „Tagesanzeiger“ stehen die für Trump reservierten US-Helikopter längst auf dem Militärflugplatz Dübendorf bereit. In gemeinsamen Testflügen mit der Schweizer Luftwaffe habe man sogar schon den Weitertransport nach Davos geprobt. Zudem ist am Sonntag mit der Galaxy C-5 eines der größten Flugzeuge der Welt in der Schweiz gelandet. Der „Tagesanzeiger“ berichtet, dass die Transportmaschine vier Tanklaster mit Sprit abgeladen habe. Mit diesem Treibstoff sollen die Helikopter und die gepanzerten Limousinen von Trump und seiner Delegation betankt werden.

Aber nicht nur die Amerikaner haben sich in den vergangenen Tagen in die Materialschlacht geworfen. Auch in der Schweiz traf man emsig Vorkehrungen. „Die Organisation steht. Alle involvierten Stellen sind bereit“, gibt sich Sonja Zöchling zuversichtlich. So habe der Flughafen sein Personal in der VIP-Betreuung aufgestockt. „Diese Mitarbeiter werden von morgens bis abends im Einsatz sein.“ Die Sprecherin rechnet in den kommenden Tagen auch mit einer deutlich erhöhten Polizeipräsenz rund um den Flughafen. Gerade bei der Zufahrt könne es zu zusätzlichen Kontrollen kommen. Trotz des erhöhten Aufwands habe man sich aber vorgenommen, den regulären Flugverkehr auch am Donnerstag aufrechtzuerhalten. „Eigentlich sollte der normale Passagier gar nicht groß merken, dass da ein besonderer Gast in Zürich einfliegt.“

Zeugen dieses Schauspiels wird es nur wenige geben. Aus Sicherheitsgründen bleibt die Zuschauerterrasse des Flughafens am Donnerstagvormittag und am Freitagnachmittag definitiv geschlossen. Ob die „Spotter-Hügel“ genannte Aussichtsplattform in der Nähe des Restaurants Heligrill freigegeben wird, kann Zöchling noch nicht sagen. Derweil schreibt der „Tagesanzeiger“ von Gerüchten, wonach alle Plätze am Flughafenzaun, die einen Blick auf das Geschehen am Rollfeld ermöglichen, abgeriegelt würden. All diese Maßnahmen wären überflüssig geworden, hätte sich Trump in dieser Woche doch noch gegen einen Abstecher in die Schweiz entschieden. „Auch die Schließung der Zuschauerterasse wäre dann entfallen“, erklärt Sonja Zöchling.

Nun bleibt es weiter spannend am Flughafen Zürich. Während dort im Moment alle Augen auf die als sicher geltende Ankunft des Präsidenten gerichtet sind, hat Zöchling aber bereits seine Abreise im Blick. Falls es beim Abflug der WEF-Teilnehmer zu Verzögerungen kommt, müsse sichergestellt sein, dass den einzelnen Delegationen entsprechende Wartebereiche zur Verfügung gestellt werden, sagt die Sprecherin. Sicher hat man auch dem prominenten Gast aus Washington bereits eine eigene Lounge reserviert.