Ein Balken Handy-Empfang, telefonieren schwierig, Webseiten besuchen unmöglich: Das ist in vielen Orten der Region Realität. In Grenznähe rettet einen vielleicht noch das Schweizer Netz, wenn man sich dort dank eines entsprechenden Vertrags ohne Roaming-Kosten einwählen darf. Das ist kein Zustand für ein Industrieland.

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Gut also, dass die Bundesregierung nun neue Funkmasten bauen will. Nur: Die Absicht allein verbessert den Empfang nicht. Die Umsetzung muss prompt folgen – und da könnte es zu Problemen kommen. Und nein, nicht wegen überbordender Bürokratie, sondern wegen einiger Menschen, die in einer Region mit schlechtem Empfang leben.

Immer wieder war zuletzt zu hören, dass besonders in Baden-Württemberg der Widerstand gegen neue Masten wächst. Die Menschen in den Orten fürchten sich vor Strahlen – wofür es keinen wissenschaftlich bewiesenen Anlass gibt. Innerorts eine neue Sendequelle errichten? Das wird für Mobilfunkanbieter oft zum zähen Ringen.

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Kurios wird es, wenn am Ende der Kompromiss entsteht, den Mast eben nicht ins Dorf, sondern auf einen angrenzenden Acker zu stellen. Surfende Kühe und daddelnde Eber haben dann besten Empfang, die Menschen im Ort machen trotz Investition weiter Abstriche. Was manch einer nicht versteht: Je besser das Netz ein Handy erreicht, desto weniger strahlt das Gerät an sich – guter Empfang reduziert am Gerät die Strahlung. Und wer daheim ein WLAN-Netz betreibt, der hat ohnehin schon elektromagnetische Strahlung im Haus.

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Man kann sogar ernsthaft diskutieren, ob man nicht bewusst Areale schaffen sollte, in denen es eben kein stark sendendes Handynetz gibt, damit sich dort Menschen ansiedeln können, die diese Strahlung nicht wollen. Und wenn ein komplettes Dorf sich dagegen ausspricht, okay, dann dürfen die auch weiter in der Digitalsteinzeit leben. Aber: Es können nicht Einzelne mit einer Verweigerungshaltung die Mobilfunkversorgung ganzer Regionen blockieren.