Die parlamentarische Sommerpause ist vorbei und Horst Seehofer und Angela Merkel machen da weiter, wo sie im Frühsommer aufgehört haben: Sie streiten über die Flüchtlingspolitik. Es ist der unverändert ungelöste Grundkonflikt um die Beurteilung dessen, was vor drei Jahren geschehen ist, der Seehofer und Merkel und mit ihnen die bürgerlichen Schwesterparteien spaltet.

Für Seehofer war es ein fast schon existenzieller Fehler, dass die Bundesregierung die Flüchtlinge ungeprüft ins Land gelassen hat. Merkel wiederum will nicht von ihrer damaligen Entscheidung abrücken. Dieser Konflikt müsste nicht immer wieder ausbrechen, käme nicht bei beiden der Hang zur permanenten Rechtfertigung ihrer Position hinzu. So hat das Ganze auch eine extrem persönliche Komponente.

Wie vor der Sommerpause, so stellt Horst Seehofer auch mit seiner neuerlichen Aussage die Autorität der Kanzlerin infrage und benennt die Schuldige, falls seine CSU bei den Landtagswahlen in Bayern schlecht abschneidet.