Am Aschermittwoch wird nicht mit dem Florett gefochten, sondern mit schwerem Säbel. In allen Parteien geht es an diesem Tag vor allem darum, die eigenen Anhänger zu motivieren und zu mobilisieren. Das klappt mit gut gewürzten Parolen besser als mit feingeistig abgewogenen Argumenten. Nicht jedes Wort, das durchs Bierzelt dröhnt, gehört daher auf die Goldwaage.

Trotzdem gibt es auch für diese raue Disziplin Spielregeln. Ein Redner der AfD hat sie niedergetrampelt: Was der Landesvorsitzende von Sachsen-Anhalt unter dem Gejohle seiner Anhänger von sich gab, hat mit rhetorischer Zuspitzung nichts zu tun – das ist Hetze auf unterstem Niveau. Nebenbei sabotiert das unsägliche Gerede des Herrn Poggenburg den Versuch der AfD-Spitze, sich als bürgerliche Kraft darzustellen. Wenn die Parteiführung ehrlich ist, distanziert sie sich klar von solchen Äußerungen. Zwar schützt die Verfassung auch das Recht auf Dummheit. Sie kennt aber kein Recht auf Rassismus. Was für ein entlarvender Auftritt.