Bildungsminister, die es ausdrücklich begrüßen, dass Schüler in den Streik treten, muss man lange suchen. Das entspricht nicht ihrer Rolle – und deshalb kommt ihre Absage an Fridays for Future nicht überraschend. Anzunehmen, dass die Schüler auf die Kritik von Anja Karliczek Rücksicht nehmen, wäre allerdings auch naiv.

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Es gehört zu den Naturgesetzen des Streiks, dass die Bestreikten darüber nicht glücklich sind und die Streikenden mit Einbußen rechnen müssen. Oder anders gesagt: Protest hat in der Regel nur dann Erfolg, wenn er weh tut. Damit das bei Fridays for Future tatsächlich zündet, braucht es jedoch noch deutlich mehr Zulauf.

Eins ist klar: Hätte Greta Thunberg immer an den Samstagen oder nach der Mittagsschule vor dem schwedischen Parlament gestanden, hätte das kaum jemanden interessiert. Eltern und Lehrer mag folgender Gedanke beruhigen: Dass der Protest auf der Straße mehr über Politik lehrt als manche Stunde Gemeinschaftskunde.