Es ist kaum zu glauben, dass eine Hochschule in eineinhalb Jahren genauso viel theoretisches Rüstzeug vermitteln kann wie in zweieinhalb. Da muss bisher viel Luft in den Studienplänen sein. Das weckt Zweifel am Konzept von Innenminister Thomas Strobl für ein verkürztes Aufbaustudium bei der Polizei. Die Annahme ist unrealistisch, dass die Beamten im Berufsalltag so viel Theorie nebenbei lernen, um das Studium fast halbieren zu können. Deshalb liegt der Verdacht nahe, dass Strobl andere Ziele verfolgt.

Durch die Verkürzung des Aufbaustudiums kann er mehr Beamten durch die Hochschule schleusen. Der CDU-Mann erfüllt in einem ersten Schritt die alte Forderung der Gewerkschaften, dass alle Polizisten nur noch im gehobenen Dienst eingestellt werden sollten. Der gewollte Nebeneffekt: Dann starten die Beamten ihre Karrieren zwei Besoldungsstufen weiter oben. Die Polizei-Qualität in Baden-Württemberg belegt, dass das für gute Ergebnisse nicht zwingend ist.