Als im März 2016 die Balkan-Route geschlossen wurde, hatte Deutschlands südwestlichste Ecke allen Grund zur Sorge: Viele Flüchtlinge suchten sich auf dem Weg vom Mittelmeer zum Traumziel Bundesrepublik neue Trampelpfade. Die Route über die Schweiz bot sich an. Die grenznahen Landkreise zwischen Konstanz und Lörrach waren zu Recht alarmiert.

Diese Gefahr ist mittlerweile vom Tisch. Der Schengen-Vertrag gibt den Eidgenossen zwar weiterhin das Recht zum Durchwinken. Doch die Lage hat sich entspannt, die deutsche Seite hat die Situation offenkundig besser im Griff als damals. Mit den aktuellen Zahlen können die Bundesrepublik wie auch die Grenzregion leben. Aber: Solange sich an den Ursachen nichts ändert, können sich Flüchtlingszahlen jederzeit ändern. Deutschland bleibt für den Fall der Fälle nur die Rückkehr zu Personenkontrollen – auch an der Grenze zum Schlupfloch Schweiz. Überzeugendere Antworten auf diese globale Herausforderung stehen noch aus.