Waffenlieferungen an die Türkei waren schon immer eine Gratwanderung. Das Land ist Bündnispartner der Nato, zugleich verstößt es mehr denn je gegen westliche Interessen. Erst recht gegen das Völkerrecht. Türkische Leopard-Panzer walzen im ausgebluteten Syrien kurdische Stellungen nieder. In Marsch gesetzt hat sie Staatschef Erdogan, geliefert wurden sie von Deutschland. Es ist beschämend.

Umso unverständlicher bleibt, mit welcher Nibelungentreue sich die Bundesregierung immer noch an die Seite der nahöstlichen Kriegspartei Türkei stellt. Erdogan sieht in den kurdischen Separatisten den größeren Feind als in den Schlächtern des IS. Deshalb schickt er Panzer, deshalb ignoriert er deren Verdienste im Kampf gegen die Islamisten.

Das kann, bei aller berechtigten Skepsis gegenüber kurdischen Untergrundgruppen, nicht die Sichtweise des Westens sein. Trotzdem schaut Deutschland weg, allen voran Außenminister Gabriel. Das Schweigen in Berlin sagt mehr als tausend Worte.