Gut, dass sie wieder miteinander reden. Drei Stunden sprach die Kanzlerin mit Kremlchef Putin. Über handfeste Ergebnisse des Treffens auf Schloss Meseberg wurde zwar nichts bekannt, dennoch ist Dialog besser als Schweigen. Bei einem weltpolitisch derart wichtigen Akteur wie Russland ist Funkstille kein Konzept.

Das kann aber nicht bedeuten, dem Gast aus Moskau den roten Teppich auszurollen, wie der EU-Nachbar Österreich es vormacht. Putins grotesker Auftritt bei der Hochzeit der Außenministerin zeigt vor allem eins: Den Regierenden in Wien mangelt es auffallend an Distanz gegenüber dem russischen Staatschef.

So wie fast alle Rechtspopulisten in Europa erhebt auch die FPÖ den Hofknicks vor dem Kreml zum außenpolitischen Grundsatzprogramm. Das macht es Putin leicht, seinen Fuß in die Tür der EU zu zwängen. Besonders fatal ist dies bei einem Land, das derzeit den europäischen Ratsvorsitz führt und als neutraler Vermittler etwa in der Ukraine gefragt ist. Sehr bedenklich.