Angestellte können sich durch Streiks eine bessere Bezahlung erkämpfen, Beamten bleibt das weiterhin verwehrt. Die Karlsruher Richter halten sich damit an eine Tradition, die sich bewährt hat und keiner Änderung bedarf. Denn wer die Beamtenlaufbahn einschlägt, weiß, worauf er sich einlässt: Bescheidene, vom Dienstherrn Staat ausgehandelte, Gehaltserhöhungen, aber auf der anderen Seite ein Füllhorn von Privilegien, von denen andere Berufsgruppen nur träumen können: Eine sichere Stellung auf Lebenszeit, durch Wegfall der Renten- und Arbeitslosenversicherung ein üppiges Netto, private Krankenversicherung und im Alter ein dickes Ruhepolster.

Und siehe da, auch das gibt es: Wer sich bei seiner Besoldung ungerecht behandelt fühlt, kann klagen. Wenn einem so viel Schönes wird beschert, dann ist das eine besondere Treue wert – die zum Dienstherrn, der Rechte gewährt und dafür Pflichten verlangen darf. Wer das nicht akzeptiert, sollte nicht Beamter werden.