SAJID JAVID - Der bisherige Innenminister ist nun Finanzminister, ein strategisch wichtiger Posten. Der 49-jährige EU-Skeptiker ist der Sohn pakistanischer Einwanderer und ein Bewunderer der Tory-Ikone Margaret Thatcher. Während des Brexit-Referendums im Juni 2016 stimmte der frühere Investmentbanker aus wirtschaftlichem Pragmatismus für einen Verbleib seines Landes in der EU. Nach dem Ausgang des Referendums unterstützte er aber den Brexit-Kurs.

DOMINIC RAAB - Der frühere Anwalt für internationales Recht wurde von Johnson zum Außenminister und zu seinem Stellvertreter ernannt. Zwischen Juli und November 2018 war der 45-Jährige kurzzeitig Brexit-Minister, trat jedoch aus Protest gegen Theresa Mays Abkommen mit der EU zurück, das er als „schlecht für unsere Wirtschaft und unsere Demokratie“ wertete. Raab ist Boxer und zudem Träger eines schwarzen Karate-Gürtels.

MICHAEL GOVE - Der 51-jährige Ex-Umweltminister gehört zu den leidenschaftlichsten Euroskeptikern und hat eine Sonderrolle im Kabinett inne: Er wurde von Johnson zum Kanzler des Herzogtums Lancaster ernannt und wird damit Medienberichten zufolge eine entscheidende Rolle in den Brexit-Verhandlungen spielen. Als Kanzler hat er zwar ein Ministeramt ohne Geschäftsbereich, ist aber de facto die rechte Hand des Premierministers.

PRITI PATEL - Die 47-Jährige übernimmt das Amt der Innenministerin. 2017 musste sie von ihrem Amt als Entwicklungsministerin wegen nicht abgesprochener Treffen mit Politikern in Israel zurücktreten. Die Tochter indischstämmiger Eltern aus Uganda vertritt ebenso wie Raab und Javid eine harte Linie im Brexit-Streit und ist eine Gegnerin der gleichgeschlechtlichen Ehe.

JACOB REES-MOGG - Der Leiter der extrem konservativen European Research Group ist zum Minister für Parlamentsangelegenheiten ernannt worden. Drei Mal stimmte er gegen das von Theresa May ausgehandelte Abkommen mit der EU. Nach seinem Oxford-Studium machte der heute 50-Jährige zunächst Karriere als Investmentbanker und war Mitgründer eines Spekulationsfonds. Der sechsfache Vater und Katholik ist ein Abtreibungsgegner und lehnt die Homo-Ehe ab.

MATT HANCOCK - Der 40-Jährige arbeitete früher bei der Bank of England und gilt als Nachwuchshoffnung der Tories. Er behält das Amt des Gesundheitsministers, das er schon unter Theresa May innehatte. Im Juni hatte er sich aus dem Rennen um die Nachfolge der Parteichefin zurückgezogen und hinter Boris Johnson gestellt, dessen „einzigartige Persönlichkeit“ er rühmte.

AMBER RUDD - Amber Rudd behält ihr Amt als Arbeitsministerin. Nach einer Karriere im Finanzwesen und als Wirtschaftsjournalistin wurde Rudd 2010 ins Parlament gewählt. In der Regierung von Theresa May war sie zunächst Innenministerin, später Arbeitsministerin. Die 55-Jährige gilt eigentlich als EU-Anhängerin, näherte sich inzwischen aber den Brexit-Verfechtern an, weshalb Kritiker ihr Opportunismus vorwerfen.

ANDREA LEADSOM - Die 56-Jährige übernimmt das Amt der Wirtschaftsministerin. Die überzeugte Brexit-Befürworterin unterlag im Rennen um den Tory-Vorsitz im Sommer 2016 ihrer Konkurrentin Theresa May. Aus Protest gegen Mays Brexit-Kurs schmiss Leadsom im Mai ihren Posten als Ministerin für Parlamentsangelegenheiten hin.

ELIZABETH TRUSS - Neue Handelsministerin ist die 43-jährige „Liz“ Truss. Sie war unter Theresa May Staatssekretärin im Schatzamt.

JO JOHNSON - Der 47 Jahre alte Bruder von Boris Johnson war ein vehementer Verfechter des Verbleibs Großbritanniens in der EU und forderte ein zweites Referendum. Nun wird er Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. (AFP)

 

 

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