Das Berliner Landgericht hatte ein Zeichen setzen wollen und ein Urteil gesprochen, das abschrecken sollte: Kommt bei einem illegalen Straßenrennen ein Unbeteiligter zu Tode, kann das als Mord gewertet werden. Das hat Aufsehen erregt, und die Warnung kam an. Aber für die Karlsruher Richter kann nur diese eine Frage von Belang sein: War die vorsätzliche Tötung eines Menschen beabsichtigt? Dafür fehlten eindeutige Beweise, und daher blieb den Juristen gar nichts anderes übrig, als das strenge Urteil aufzuheben.

Nun kommen zwei Männer, die den Tod von Menschen zumindest billigend in Kauf genommen haben, mit maximal fünf Jahren Haft davon. Das ist ein Ärgernis. Doch die inzwischen erfolgte Erhöhung des Strafmaßes kann nicht nachträglich zum Zuge kommen. So will es der Rechtsstaat. Aber: Dieser hat jetzt ein deutliches schärferes Auge auf Raser, die Aggressionen auf Straßen ausleben anstatt private Rennstrecken aufzusuchen. Die Drohung mit bis zu zehn Jahren Haft dürfte wirken.