Kein Grundschüler versteht die Zusammenhänge des Klimawandels. Und auch kein Mittelstufenschüler kann begreifen, welche hochkomplexen wissenschaftlichen und politischen Fragen damit verbunden sind. Trotzdem schwänzen sie fröhlich ihren Unterricht, angeblich, um sich gegen die Erderwärmung zu engagieren.

Nun rechtfertigen sich Demonstrationen natürlich nicht dadurch, dass die Demonstranten überhaupt verstehen, gegen was sie protestieren – sonst müsste man Pegida-Märsche ja gleich verbieten. Aber dass Schüler nicht ausgerechnet während Schulstunden protestieren müssen, in denen sie etwas für ihre eigene Zukunft machen könnten, ist kaum zu bestreiten. Sie haben ihr Zeichen gesetzt, können das nachmittags oder am Wochenende auch gerne weitermachen, aber umsetzbare Lösungen gegen den Klimawandel werden sie uns in ihren Fehlstunden nicht präsentieren. Kein Kohlekraftwerk wird gedrosselt, nur weil ein Elfjähriger ein tolles, von seiner Mutter gebasteltes Plakat dabei hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Gefragt sind deswegen weiterhin: Profis. Politiker, Forscher, Manager. Wir dürfen nicht dem Trugschluss erliegen, dass streikende Kinder allein Schwung in den Klimaschutz bringen. Begeisterung über ihr Schwänzen bringt uns nicht weiter. Stattdessen ist weiterhin jeder Erwachsene selbst gefragt, sein klimaschädliches Verhalten zu hinterfragen. Und durch die eigene Meinung und bei Wahlen dafür zu sorgen, dass an den richtigen Stellen die richtigen Leute sitzen – Profis eben.