Wenn es nach der CDU geht, soll vor allen Schulen in der Bundesrepublik die deutsche Flagge wehen, flankiert von den Farben des Landes und Europas. Das beschloss der Leipziger Parteitag und nahm damit einen Vorschlag der baden-württembergischen Schüler Union auf. Die Idee ist umstritten, nicht zuletzt, weil es allerorten an Lehrern und modernem Material fehlt. Bisher überwiegt kühle Ablehnung, gerade unter den Pädagogen. Vorgebracht werden die üblichen Stereotypen. Nur kein Patriotismus!

Aber warum denn nicht? Schulen sind die sichtbarste Form, in der ein Staat auftritt und handelt. Wenn Baden-Württemberg seine Schulen mit den Bundesfarben schmückt, wäre das wirksamer als an Rathaus oder Finanzamt. Schwarz-Rot-Gold ist eine großformatige Visitenkarte des Landes. Man muss sich ihrer nicht schämen, wie das jetzt aus mancher Stellungnahme herauszuhören ist, wo sich Politiker peinlich berührt zeigen. Zur Erinnerung: Schwarz-Rot-Gold sind die Farben der deutschen Freiheitsbewegung des 19. Jahrhunderts, nicht des autoritären Staates, dem die Deutschen später in Massen nachliefen.

Das könnte Sie auch interessieren

Ja, der Staat darf getrost Flagge zeigen. Es wäre schade, wenn die deutschen Farben nur bei sportlichen Großereignissen herausgezogen werden und nach dem Finale wieder diskret verschwinden. Schwarz-Rot-Gold als Gelegenheits-Wimpel? Das ist dürftig für ein Land, in dem es sich gut und sicher leben lässt. Auch dafür stehen diese Farben.