Tausende Menschen hatten sich zuvor bei einem Sportstadion versammelt und waren im strömenden Regen nach Tsuen Wan marschiert, eine Stadt in den Neuen Territorien der chinesischen Sonderverwaltungszone. Einige von ihnen errichteten Barrikaden und gruben Pflastersteine aus.

Unzählige Demonstranten versammeln sich am Samstag in der Yeung-Uk-Straße in Hongkong.
Unzählige Demonstranten versammeln sich in der Yeung-Uk-Straße in Hongkong. | Bild: Lillian Suwanrumpha

Tränengas und Wasserwerfer

Die Polizei setzte zunächst Tränengas ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Im Anschluss wurden die Wasserwerfer in Stellung gebracht. Die Polizei hatte zuvor erklärt, die Fahrzeuge würden nur bei einer „großangelegten öffentlichen Störung“ eingesetzt.

Die Polizei feuert Tränengas ab.
Die Polizei feuert Tränengas ab. | Bild: Lillian Suwanrumpha

In Hongkong gibt es seit drei Monaten Massendemonstrationen für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. Die chinesische Regierung versucht seit Wochen mit einer Mischung aus Einschüchterung, Propaganda und wirtschaftlichem Druck die Proteste einzudämmen.

U-Bahn schließt nach Druck aus Peking Stationen nahe Demonstrationsort

Zuletzt hatten chinesische Staatsmedien die Hongkonger U-Bahn MTR dafür angegriffen, ein „exklusiver“ Service für den Transport von Demonstranten zu sein. Am Sonntag schloss MTR U-Bahnstationen nahe dem Demonstrationsort in Tsuen Wan, bereits am Vortag waren einige Stationen gesperrt worden.

Bild: Lillian Suwanrumpha

Proteste gegen Vorgehen der Polizei

Bei einer zweiten Demonstration in der ehemaligen britischen Kronkolonie protestierten unterdessen hunderte Menschen gegen den Einsatz der Polizei gegen die Hongkonger Bevölkerung. Einige der Anwesenden waren Angehörige von Polizisten. „Erinnert Euch daran, Euer Job ist es, den Bewohnern von Hongkong zu dienen, nicht die Feinde Hongkongs zu sein“, sagte die Ehefrau eines Polizisten.

Die Polizei beim Räumen der Straßen in Tsuen Wan in Hongkong. Die Einsatzkräfte werden für ihr teils hartes vorgehen kritisiert.
Die Polizei beim Räumen der Straßen in Tsuen Wan in Hongkong. Die Einsatzkräfte werden für ihr teils hartes vorgehen kritisiert. | Bild: Lillian Suwanrumpha

Die Beamten werden von den Demonstranten für ihr als besonders hart wahrgenommenes Vorgehen kritisiert. Bei Zusammenstößen am Samstag wurden zehn Menschen in Krankenhäuser eingeliefert, zwei in ernstem Zustand. Es waren die ersten Proteste seit eineinhalb Wochen, bei denen es gewaltsame Auseinandersetzungen gab. (AFP)