Die auf Wahlbeobachtung spezialisierte NGO Golos meldete bis zum Mittag MEZ mehr als 1800 Unregelmäßigkeiten, darunter mehrfach abgegebene Stimmen und Behinderung von Wahlbeobachtern.

Besonders besorgt zeigte sich Golos über Informationen, wonach Arbeitgeber oder Universitäten ihre Mitarbeiter oder Studenten unter Druck setzten, ihre Stimme nicht an ihrem Wohnort, sondern am Arbeits- oder Studienort abzugeben, „damit ihre Teilnahme an der Wahl kontrolliert werden kann“.

 

Moskau und die umliegende Region wohl besonders betroffen

 

Die Bewegung des prominenten Oppositionellen und Kreml-Kritikers Alexej Nawalny, die nach eigenen Angaben mehr als 33.000 Beobachter in die Wahlbüros entsandt hatte, berichtete ebenfalls über Wahlbetrug. Besonders betroffen waren demnach Moskau und die umliegende Region, St. Petersburg und Baschkirien im Ural. Ein von Nawalny auf seiner Website veröffentlichtes Video zeigte offenbar, wie in einem Wahllokal im fernen Osten Russlands gefälschte Stimmzettel in die Wahlurnen gestopft wurden.

In der russischen Botschaft hängt eine Liste mit den Kandidaten, die sich um das Amt des russischen Präsidenten bewerben. In Russland ist die Präsidentenwahl angelaufen, bei der Staatschef Wladimir Putin weitere sechs Jahre im Kreml ansteuert.
In der russischen Botschaft hängt eine Liste mit den Kandidaten, die sich um das Amt des russischen Präsidenten bewerben. In Russland ist die Präsidentenwahl angelaufen, bei der Staatschef Wladimir Putin weitere sechs Jahre im Kreml ansteuert. | Bild: Jörg Carstensen (dpa)

Mangels ernstzunehmender Gegenkandidaten gilt die Wiederwahl von Amtsinhaber Putin als sicher. Für den Kreml ist daher besonders eine hohe Wahlbeteiligung wichtig. Laut Opposition wurden viele Wähler von der Polizei mit Bussen zu den Wahllokalen gefahren. Zudem seien Rabattgutscheine an Wähler verteilt worden.

 

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