Im Sommer wurde in Berlin noch der Plan gewälzt, Ausländern den deutschen Pass zu geben, wenn sie dafür bereit wären, auch eine deutsche Uniform anzuziehen. Die neuen Überlegungen sind deutlich realistischer. Junge Italiener oder Polen als Mediziner oder IT-Spezialisten in die Truppe zu holen, wenn sie gut Deutsch sprechen, ist eine pragmatische Herangehensweise, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Denn der macht – gerade in Zeiten einer glänzenden Konjunktur – auch vor der Bundeswehr nicht halt.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Schritt des Verteidigungsministeriums ist nur folgerichtig. Europa muss auf militärischer Ebene sowieso enger zusammenwachsen, und benachbarte Großverbände sind schon heute über die Grenzen hinweg verzahnt. Zudem haben auch Franzosen, Briten und Dänen ihre Truppe für Ausländer geöffnet. Die Frage ist jedoch, für wie attraktiv die Bundeswehr in Kreisen potenzieller Bewerber gehalten wird. In dieser Hinsicht muss man in Berlin noch eine Schippe drauflegen.