Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will bei der von Polen und den USA ausgerichteten Nahost-Konferenz in Warschau über eine Bekämpfung des Irans sprechen. Netanjahu hatte in einem von seinem Büro verbreiteten Video aus Warschau am Mittwoch zunächst sogar von „Krieg“ gegen den Iran gesprochen. Sein Büro löschte das Video aber anschließend und schwächte die Aussage ab. In der geänderten englischen Übersetzung des Ministerpräsidenten-Büros wurde das Wort „Krieg“ durch „Bekämpfung“ ersetzt. In dem gelöschten Video nutzte Netanjahu allerdings das hebräische Wort für „Krieg“.

Netanjahu sagte vor Konferenzbeginn: „Von hier aus gehe ich zu einem Treffen mit 60 Außenministern und Gesandten von Ländern aus aller Welt gegen den Iran.“ Dann sagte er: „Was wichtig bei diesem Treffen ist, und das ist nicht geheim, weil es viele davon gibt – ist, dass das ein offenes Treffen mit Vertretern führender arabischer Länder ist, die sich zusammen mit Israel hinsetzen, um unser gemeinsames Anliegen eines Krieges mit dem Iran voranzubringen.“ In der geänderten Version lautete der letzte Teil des Satzes: „...um unser gemeinsames Anliegen einer Bekämpfung des Irans voranzubringen“.

Auch die israelische Regierungs-Pressestelle hatte zunächst den Original-Wortlaut mit dem Wort „Krieg“ verbreitet. Später verschickte die Pressestelle eine „Neuauflage“ der Mitteilung mit dem Begriff „Bekämpfung“. Die USA haben betont, dass die Konferenz in Warschau nicht gegen den Iran gerichtet ist, sondern sich mit Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten insgesamt befassen soll. Kritiker sprechen dagegen von einem Anti-Iran-Treffen, mehrere westeuropäische Staaten sind deswegen nicht mit ihren Außenministern dabei. (dpa)