In der CDU wird nach der knappen Niederlage von Friedrich Merz bei den Wahlen zum neuen CDU-Chef auf dem Parteitag in Hamburg die Forderung laut, dass Angela Merkel den 63-Jährigen ins Kabinett holt und das Wirtschaftsressort überträgt. Es wäre ein „großartiges Signal“, wenn exponierte Wirtschaftsfachleute wie Merz oder Linnemann Aufgaben im Bundeskabinett übernehmen würden“, sagte der Vorsitzende der konservativen WerteUnion, Alexander Mitsch, unserer Zeitung.

Kehrt er der Politik wieder den Rücken? Friedrich Merz, unterlegener Kandidat bei der Wahl zum CDU-Vorsitz. Bild: dpa
Kehrt er der Politik wieder den Rücken? Friedrich Merz, unterlegener Kandidat bei der Wahl zum CDU-Vorsitz. | Bild: Christoph Soeder

Er soll weiter verbunden bleiben

Auch der im Amt bestätigte stellvertretende Parteivorsitzende Thomas Strobl plädierte dafür, dass Merz der CDU „weiterhin verbunden bleibt“, zumal er dies auch versprochen habe. „Auf welcher Position, in welcher Rolle muss noch besprochen werden – zuallererst übrigens mit ihm selbst.“ Forderungen, die neue Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer solle ebenfalls ins Bundeskabinett wechseln, wies Strobl hingegen zurück. „Ich wünsche mir, dass sie als Bundesvorsitzende ihre eigenen Akzente setzt und einen Beitrag dazu leistet, dass Tatkraft und Handlungskompetenz der Bundesregierung auch in den Augen der Öffentlichkeit verstärkt zur Geltung kommen.“ 

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Auf dem Parteitag in Hamburg wurde der 33-jährige Chef der Jungen Union, Paul Ziemiak, auf Vorschlag von Kramp-Karrenbauer zum neuen Generalsekretär gewählt. Er erhielt allerdings nur 62,8 Prozent der Stimmen. Unter Merz-Anhängern wurden Vorwürfe laut, hinter den Kulissen habe es Absprachen gegeben, die Kramp-Karrenbauer den Sieg gesichert hätten. Die neue Parteichefin rief die Anhänger ihrer unterlegenen Mitbewerber Friedrich Merz und Jens Spahn auf, eine Spaltung der CDU zu verhindern.