Wer in die Staatengemeinschaft strebt, muss zum Kompromiss und auch zur Solidarität bereit sein. Das haben Ungarn und die Slowakei noch einmal schriftlich vom Europäischen Gerichtshof bekommen. Schlimm genug, dass es dieses Schrittes überhaupt bedurfte. Und auch wenn er für die beiden Regierungen nur schwer zu ertragen ist: Das Urteil zur Verteilung von Flüchtlingen ist wichtig und richtig.

Denn es untermauert die Handlungsfähigkeit dieser ohnehin schwerfälligen Europäischen Union. Nur eines wird es trotzdem nicht – das Problem lösen. Der Riss innerhalb der EU, den die Flüchtlingskrise offenbart hat, wird sich auch mit einem Verweis auf Paragrafen nicht kitten lassen. Die Union muss dringend eine Formel finden, die beschreibt, wie sie sich ihre Zukunft vorstellt. Ein Europa, in dem die Beteiligten in zwei Richtungen ziehen, ist zum Stillstand verflucht. Und der kann irgendwann tödlich sein.