Lebenslange Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung – geht es nach der Bundesanwaltschaft, wird Beate Zschäpe, das letzte noch lebende Mitglied des rechtsterroristischen NSU, keinen Tag mehr in Freiheit erleben. Die Ankläger ließen keine Zweifel aufkommen, dass Zschäpe eine für jede Tat voll verantwortliche Mittäterin war.

Die Forderung der Anklagebehörde kommt nicht überraschend. Sie zeichnete sich im Verlauf des 2013 eröffneten Mammutverfahrens ab. Zehn unschuldige Menschen verloren durch die Mordserie der Zwickauer Terrorzelle von 2000 bis 2007 ihr Leben, neun Mitbürger ausländischer Herkunft sowie als Letzte die Heilbronner Polizistin Michèle Kiesewetter. Zudem gehen zwei Bombenanschläge und 15 Raubüberfälle auf ihr Konto. Weil bereits für jeden einzelnen Mord eine lebenslange Freiheitsstrafe fällig wäre, kann nach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft auch die Gesamtstrafe nur lebenslänglich lauten. Umso gespannter kann man auf die Plädoyers der Verteidigung sein.