In Syrien hat Kremlchef Wladimir Putin den bevorstehenden Abzug „eines bedeutenden Teils“ der russischen Soldaten aus dem Bürgerkriegsland verkündet. Seine Ziele hat er weitgehend erreicht: Mit der Türkei und dem Iran hat der russische Präsident eine Initiative zur Beendigung des seit fast sieben Jahren andauernden Krieges verabredet. Vor allem aber: Syriens Staatschef Baschar al-Assad bleibt im Amt, zumindest für eine Übergangszeit. Er verdankt dem russischen Militär-Engagement sein politisches Überleben.

Trotz des Truppenrückzugs wird der Kreml deshalb militärisch wie politisch präsent bleiben – in Syrien und weit darüber hinaus. Putins Blitz-Reise ist ein Zeichen dafür, dass sich Russland nicht nur im Syrien-Krieg aktiv in die Entwicklungen in der Region einmischen will. Durch die Unberechenbarkeit der Trump-Regierung und die Zurückhaltung des Westens ist im Nahen Osten ein politisches Vakuum entstanden. Moskau nutzt es und erweitert seine Macht.