Es ist ein Satz, der das Dilemma der SPD auf geradezu tragische Weise den Punkt bringt. "Martin Schulz tut mir leid", lautet er. Ausgesprochen vom Komiker Dieter "Didi" Hallervorden. Die wenigen Worte umschreiben das Gefühl, das der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten in diesem Wahlkampf ausstrahlt. Hilflosigkeit. Unterlegenheit. Dass er nun die Kanzlerin um ein zweites TV-Duell anbettelt, gar den Brief öffentlich macht, den er ihr geschrieben hat, wird diesen Eindruck nur noch stärker verfestigen. Merkel hat die Möglichkeit, den Daumen zu heben oder zu senken.

Das mag man arrogant finden. Nur: Gewählt wird am 24. September kein Opfer, sondern ein Sieger. Natürlich kam beim TV-Duell nicht alles zur Sprache, was das Land bewegt. Der Blick war viel zu stark in die Vergangenheit gerichtet, als ob die Zukunft ohnehin nicht zu beeinflussen sei. Doch was Martin Schulz zu sagen hat, das kann er jederzeit aussprechen. Dafür braucht er kein Moderatoren-Quartett. Es liegt an ihm.