Die Bäckerei als deutsche Kampfzone – wer hätte das gedacht. Schon Bundestagsvize Wolfgang Thierse hatte vor einigen Jahren mächtig Mehl aufgewirbelt, als er sich darüber empörte, dass die Schwaben in Berlin beim Bäcker Wecken statt Schrippen bestellen. Nun ist es der wortgewandte Christian Lindner, dem das gebrochene Deutsch mancher Bäcker-Kunden zu schaffen macht. Man wisse schließlich nicht, ob ein hochqualifizierter IT-Experte vor einem stehe oder ein illegaler Flüchtling.

Prompt wird ihm aufs Brot geschmiert, er sei ein Rassist. Nun kann man Lindner vieles vorwerfen, aber rassistisches Gedankengut sicher nicht. Er ist mit Laib, pardon: Leib und Seele ein Liberaler. Versemmelt hat er seine Bemerkung trotzdem. Denn er zeigt, dass er Menschen nach ihrem Nutzen einteilt. Leistungsträger dürfen sich einreihen, alle anderen sollen ihre kleinen Brötchen bitteschön woanders kaufen. Lindner sollte aufpassen, dass es nicht seine FDP ist, die am Ende wieder vor die Tür gewiesen wird.