Bereits 35 Tote und kein Ende in Sicht: In Venezuela schwindet die Hoffnung, dass der Kampf um den Präsidentensessel in der Hauptstadt Caracas friedlich beigelegt werden könnte. Noch hat der Spät-Marxist Maduro zu viel Rückhalt aus dem Ausland, um kleinlaut seinen Stuhl zu räumen. Die Herren Putin, Erdogan und Co. lassen einen der Ihren nicht kampflos fallen.

Der Erdöl-Staat in Südamerika ist ein Beispiel dafür, wie populistische Machthaber ein Land in den Ruin treiben können – einerlei, ob sie sich hinter linken oder rechten Parolen verschanzen. Venezuela könnte ein reiches Land sein. Es stürzt aber ins Elend, weil die Bodenschätze einseitig verteilt werden, weil die politische Führung die Bevölkerung spaltet und weil auswärtige Mächte schamlos ihre eigenen Interessen verfolgen. Die Europäer haben sich bisher weitgehend zurückgehalten. Die Eskalation im Land wird sie jedoch zwingen, Farbe zu bekennen. Maduro kann für die EU kein Partner sein. Unter ihm hat Venezuela keine Zukunft.