Großbritannien hat auch anderthalb Jahre nach seinem offiziellen Austrittsgesuch an die EU noch nicht verstanden, nach welchen Regeln gespielt wird. London verkämpft sich und versucht fünf vor zwölf sogar noch neue Verhandlungsthemen auf den Tisch zu bringen.

Dabei bleiben wesentliche Fragen wie die Grenze zwischen Nordirland und Irland nach wie vor offen. Der Durchbruch ist zwar greifbar, aber dennoch fern.

London glaubt sich an der Zustimmung der Mitgliedstaaten vorbeidrängen zu können und verschwendet kostbare Zeit mit Gespräch mit EU-Kommissaren, die nur auf EU-Chefunterhändler Michel Barnier verweisen können.

Der wird kommende Woche die Karten auf den Tisch legen – die übrigen 27 Mitgliedstaaten müssen dann entscheiden, ob sich ein Weiterverhandeln überhaupt lohnt.

Andernfalls droht das gefürchtete Szenario eines Austritts der Briten ohne Vertrag. London ist auf dem besten Weg dorthin, wenn es nicht endlich einlenkt.