Natürlich lässt sich der Lehrerbedarf nicht ganz exakt planen. Dafür gibt es zu viele Ungewissheiten etwa in den Schülerprognosen. Aber den aktuellen Mangel müssen sich die Hochschulen und Bildungspolitiker schon ankreiden lassen. In Baden-Württemberg wurden viel zu wenige Grundschullehrer ausgebildet, obwohl man die Pensionierungswelle hätte voraussehen müssen. Stattdessen ließ die frühere grün-rote Landesregierung für die Reform des Lehrerstudiums einen kompletten Ausbildungsjahrgang ausfallen.

Auf die Notlage reagiert Ministerin Susanne Eisenmann mit einer Notlösung. Sie gibt arbeitslosen Gymnasiallehrern eine Übernahmegarantie, wenn sie vorübergehend auf eine schlechter bezahlte Stelle an einer Grundschule wechseln. Die Kritik der Gewerkschaft GEW daran ist maßlos überzogen. Der Ruf nach mehr Lehrerstellen löst ja das Problem nicht. Ohnehin hat die Regierung die Studienanfängerplätze für Grundschullehrer um 50 Prozent erhöht.