Die Diagnose ist erschreckend. Einerseits gibt es in Deutschland viel zu wenig Ärzte, andererseits wird der Zugang zum Medizinstudium durch unsinnige Regeln bei der Bewerberauswahl erschwert. Es war deshalb so überfällig wie konsequent, dass das Bundesverfassungsgericht nun Bund und Länder dazu aufgefordert hat, ein einheitliches, gerechtes Verfahren zu finden. Bislang können nur Bewerber sicher mit einem der begehrten Studienplätze rechnen, die eine herausragende Abiturnote erzielt haben.

Doch ein Traumabitur allein macht noch längst keinen guten Arzt. Zumal die Reifeprüfungen der einzelnen Bundesländer nicht wirklich vergleichbar sind. Ein künftiges Auswahlverfahren muss neben Schulnoten auch Faktoren wie Berufserfahrung und soziale Kompetenzen einbeziehen.

Den Ärztemangel beenden kann dies aber nicht. Nur wenn die Universitäten ihre Kapazitäten in der Medizinerausbildung deutlich aufstocken, lässt sich die ärztliche Versorgung sicherstellen.