Die Idee ist so schlicht wie genial. Was für die einen Überschuss bedeutet, hilft anderen, den Kühlschrank zu füllen. Seit 25 Jahren gibt es die Tafeln in Deutschland. Ehrenamtliche unterstützen hier jene, die mit knappem Geldbeutel durchs Leben gehen. Die Tafeln sind eine Erfolgsgeschichte, ihren Helfern ist größter Respekt zu zollen.

Umso unglücklicher dürften die Mitarbeiter der Essener Einrichtung sein, dass sich nun ein Schwall der Kritik über sie ergießt. Keine Frage: Ob jemandem Unterstützung zuteil wird, sollte keine Frage des Passes sein, sondern der Not. Doch vor vorschnellen Urteilen sollten wir uns hüten. Wenn eine Hilfsorganisation so handelt, tut sie das meist, weil die Nerven entsprechend angespannt sind. Die Tafeln sind immer auch ein Stimmungsbarometer für das Land. Was sich hier im Kleinen abspielt, lässt sich übertragen: die Konkurrenz zwischen Notleidenden und Flüchtlingen wächst. Mit hohlen Floskeln und Benimmregeln für die, die sich kümmern, ist das Problem nicht gelöst.