Neu erfinden muss sie ihre Partei nicht, verändern jedoch schon. Lange kämpfte Annegret Kramp-Karrenbauer, als Mini-Merkel verspottet, gegen das Image, nur eine Kopie der Kanzlerin zu sein. Die Neujustierung der Asylpolitik ist ein Versuch, auf Abstand zur Vorgängerin zu gehen und sich ein erkennbar eigenes Profil zuzulegen.

An einer Verschärfung der Flüchtlingspolitik kommt die neue Vorsitzende somit nicht vorbei. Diese braucht sie vor allem, um den rechten Parteiflügel zurückzugewinnen – also jene CDU-Mitglieder, die im Dezember nicht für die Saarländerin stimmten, sondern für Friedrich Merz oder Jens Spahn.

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Sie erwarten von der neuen Chefin in der Asylpolitik einen härteren Kurs und eine andere Sprache. Die Suche nach der klaren Kante endet dort, wo das christliche Menschenbild beginnt: Es unterscheidet die CDU von der AfD – und zwar grundlegend. Wer daran Abstriche macht, reißt in der Union neue Gräben auf.