Eine Integrationsbeauftragte soll sich um Integration bemühen, dazu verpflichtet sie ihr Amt. So gesehen ist es schlüssig, wenn Annette Widmann-Mauz Mädchen aus muslimischen Familien verbieten will, mit Kopftuch in die Schule zu kommen. Wer Frauen und Kinder verhüllt, grenzt sie bewusst aus der deutschen Gesellschaft aus. Der Hinweis auf die Religionsfreiheit taugt als Einwand wenig, denn der Koran schreibt für Kinder kein Kopftuch vor.

Dennoch ist der Vorstoß nicht durchdacht. Was soll der Direktor unternehmen, wenn eine Schülerin in falscher Tracht auftaucht? Nach Hause schicken? Das verhindert die Schulpflicht. An den Schulen im Land gebe es ohnehin keinen Trend zum Kopftuch, heißt es im Kultusministerium. So drängend kann das Problem folglich nicht sein. Stattdessen ließ sich die Integrationsbeauftragte wohl eher von den jüngsten Beschlüssen der Rechtskoalition in Österreich leiten. Wer Kindern aus Migrantenfamilien wirklich helfen will, sucht sich andere Ideengeber.