Es war im Jahr 2012, als der damalige US-Präsident dem syrischen Despoten eine rote Linie setzte. Bis heute gilt es als eine von Obamas größten außenpolitischen Schwächen, dass er zusah, wie Assad diese ohne Konsequenzen übertreten konnte. Barack Obama nahm es stoisch hin, ließ sich verhöhnen und beschimpfen.

Diese Art von politischem Gleichmut ist von seinem Nachfolger Donald Trump eher nicht zu erwarten. Er führt einen Krieg der Worte gegen Kim Jong Un und einen Gesichtsverlust im Duell mit Nordkorea wird er nur schwer ertragen. Diplomatische Pfade sind ihm zu umständlich, er beherrscht die Kraftmeierei. Das macht den Konflikt der beiden Hitzköpfe so gefährlich: Es ist nicht nur Kim Jong Un, der unberechenbar erscheint, sondern auch der Präsident des mächtigsten Landes der Welt. Es ist zu hoffen, dass es im Weißen Haus genügend besonnene Männer und Frauen gibt, die Donald Trump mit aller Kraft in den Arm fallen, ehe der irgendwelche roten Knöpfe drücken kann.