Auf den ersten Blick denkt man an den Streit um Kaisers Bart. Tatsächlich zeigt die Diskussion um den Beginn der Sommerferien, wozu Föderalismus gut ist und wozu nicht. Bayern und Baden-Württemberg wären in der Lage, die Ferien wie auf einer Rolltreppe zu verschieben – wären da nicht die Pfingstferien.

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Die gibt es in den nördlichen Bundesländern nicht. Mancher Berliner wäre bereits mit dem Wort Pfingsten überfordert oder er würde bemängeln, dass der christliche Begriff nicht säkular genug ist.

Ja, der Biorhythmus

Im milden Süden ist es so, dass sich die Pfingstferien zu heimlichen Sommerferien entwickelt haben. Sie sind heiß geliebt und genutzt. Deshalb trifft Markus Söder ungewohnt ins Schwarze, wenn er von einem liebgewordenen Biorhythmus spricht.

Warum also ändern, was gut ist? Föderalismus heißt kulturelle Vielfalt ertragen. Das gilt für alle: für die Stadtstaaten im Norden wie auch für die reiselustigen Badener und Württemberger, die es geistbewegt ins Freie drängt, weil halt Pfingsten ist.