Annegret Kramp-Karrenbauer hat langsam allen Grund, alarmiert zu sein. Ob die CDU-Chefin wirklich zur nächsten Kanzlerkandidatin der Union ausgerufen wird, weiß niemand: Die Fragezeichen werden immer größer. Deshalb können Beistandsbekundungen, wie Parteifreund Ralph Brinkhaus sie ohne Not vorbringt, nur schaden. Genauso gut hätte der Unionsfraktionschef sagen können: Sicher ist gar nichts, natürlich wird es in der CDU auch andere Kandidaten geben. Die Debatte um die K-Frage ist eröffnet.

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Wer Kramp-Karrenbauer als Möchtegern-Kanzler in der Quere kommt, ist noch nicht ausgemacht. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hält sich bedeckt – was tief blicken lässt. Auch Friedrich Merz meldet sich in letzter Zeit auffallend oft zu Wort. Im Rennen um den CDU-Vorsitz zog er zwar den Kürzeren. Trotzdem hat er weiterhin reichlich Rückhalt in der Union und ist somit keinesfalls aus dem Rennen. Nicht ausgeschlossen, dass am Ende sogar Brinkhaus seinen Hut in den Ring wirft.

Jetzt kommt es auf Merkel an

Damit hat nicht nur die SPD, sondern auch die CDU ein Führungsproblem. Beenden kann es nur Angela Merkel. Wenn sie Kramp-Karrenbauer wirklich als Nachfolgerin im Kanzleramt will, dann müsste sie Fakten schaffen und ihren Stuhl für die Saarländerin räumen – und zwar lieber früher als später.