Josefa Schmid hat der heilige Zorn gepackt. So wirkt es zumindest, wenn man die zahlreichen Berichte liest, mit denen die Mitarbeiterin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) die Leitung der Behörde und das Bundesinnenministerium bombardiert. Informationen im „größten Flüchtlingsskandal der Republik“ bietet sie an – doch über Wochen hinweg erfährt Innenminister Horst Seehofer nichts davon, heißt es offiziell. Sie wurde bis heute nicht bis zu ihm vorgelassen, sagt sie, ihr Anliegen wurde ignoriert. Sie selbst wurde wieder nach Bayern zurückversetzt.

Möglicherweise hat das auch mit dem bewegten politischen Leben der 44-Jährigen zu tun. Josefa Schmid war lange Jahre Mitglied der CSU. Mit diesem Parteibuch wurde sie auch zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin von Kollnburg im Bayerischen Wald gewählt. Der Ort im Osten des Freistaats zählt knapp 2800 Einwohner, gestreut auf 103 Ortsteile. Nach eigenen Angaben wendet sie dafür 50 bis 60 Stunden auf, die sie wöchentlich im Rathaus des kleinen Ortes verbringt – zusätzlich zu ihren Pflichten als Beamtin am Bamf. Inzwischen hat sie sich höhere politische Ziele gesteckt und will in den Landtag einziehen. Dieses Mal für die FDP. Im September wird in Bayern gewählt.

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Für die Außenwerbung zieht Josefa Schmid sämtliche Register. Sie tritt in Wirtshäusern und neuerdings auf Videoclips als Interpretin von Volksmusik auf. Dazu trägt sie ein Dirndl. Ihr blondes Haar weht im Wind, die Begleitung wird im Playback dazugespielt. Im Hintergrund sieht man den Berg Arber. Ihre Begründung für diese Darbietung lautet: "Ich stamme aus der echten Volksmusik. Ich habe mit meinen Geschwistern über viele Jahre hinweg Volksmusik gemacht, wir sind auch im Fernsehen aufgetreten." Das sagte sie dem örtlichen Onlinemagazin "da Hog'n ausm Woid". Außerdem ist sie Fan der Sängerin Adele, der sie nacheifert.

Wenn sie als Bürgermeisterin etwa Jubilare besucht, nimmt sie stets die Diatonische Harmonika mit und spielt den Senioren ein Ständchen. Es fällt ihr leicht, da sie als Kind zehn Instrumente gelernt haben will.

Nach Angaben der Passauer Neuen Presse (PNP) hat Josefa Schmid auch schon für das Magazin Penthouse posiert und sich leicht bekleidet ablichten lassen. Das geschah im Rahmen eines Casting. Es blieb aber bei den Testbildern, veröffentlicht wurden die Fotos mit ihr nicht, schreibt die Regionalzeitung aus Niederbayern.

So singt Josefa Schmid ein Volkslied im Bayerischen Wald. Hören Sie selbst