Deutschland unterhält Schulen in der Türkei, und daher kann man nicht dagegen sein, wenn Ankara drei Auslandsschulen hierzulande gründen will. Vermutlich würde sich kaum jemand daran stören, wenn in der Türkei rechtsstaatliche Verhältnisse herrschten und die Meinungsfreiheit geachtet würde.

Weltoffene Bildung?

Unter Präsident Erdogan sind diese Werte außer Kraft gesetzt. Das nährt den Verdacht, seiner Regierung gehe es nicht um weltoffene Bildung, sondern um Kaderschmieden der Erdogan-Partei AKP.

Ein zwiespältiges Signal

Nun lässt sich dem durch Kontrollen der Behörden sicher vorbeugen. Etwas anderes ist das Signal, das bei aller Gleichbehandlung von diesem Schulprojekt ausgeht: Türkische Kinder gehen in eine türkische Schule anstatt in einer deutschen die Integration zu leben.

Schon heute ist es so, dass sich viele hier geborene türkische Jugendliche mehr der Türkei als Deutschland verpflichtet fühlen, auch weil sie sich als Bürger zweiter Klasse sehen. Wer also Ja zu türkischen Schulen sagt, der muss dieser Entfremdung entgegentreten. Sonst scheitert Integration dort, wo sie dringend geboten ist.