"Total ungerecht"

"Ich finde den Vorschlag von Hubertus heil bezüglich der "Respekt Rente" total ungerecht. Frauen, die nicht 35 Jahre Beitragszahlungen in die Rentenkasse geleistet haben, sollten nicht berücksichtigt werden, obwohl sie alleinstehend zwei Kinder (eins davon schwerbehindert) groß gezogen haben. Ist das keine Arbeit? Sie bekommen kein Geld dafür. Ich finde die Stellung der Mutter wird in der Gesellschaft nicht genug gewürdigt."

P. Harms, Überlingen

"Nicht ansatzweise sozial gerecht"

"Die 'Respekt-Rente', die von der SPD als 'gerechte Rente für die Lebensleistung eines Menschen' dargestellt wird, bezieht sich nur auf Menschen, die in einem Beruf gegen Entgelt tätig waren. Dabei hat die Bertelsmann-Stiftung gerade erklärt, dass in absehbarer Zeit 260 000 Arbeitskräfte fehlen werden. Obwohl der Staat also daran interessiert sein müsste, über Kinder die Gesellschaft weiter leben zu lassen, tut er effektiv zu wenig, um Mütter zu fördern, die die Arbeitskräfte der Zukunft zur Welt bringen sollen aber sie selbst erziehen und daher nicht in der Kita abgeben wollen.

Doch diese SPD, die ununterbrochen von Solidarität redet und immer wieder Solidarität einfordert, schließt offensichtlich selbsterziehende Mütter, von jeder Solidarität aus. Dabei steht in Artikel 6 (2) Grundgesetz ausdrücklich drin, dass Pflege und Erziehung der Kinder das natürliche Recht der Eltern und sogar die ihnen obliegende Pflicht sind. Wenn Politiker meinen, dass die Pflicht zur Kindererziehung keine Lebensleistung der Mütter darstellt, die eine gerechte Rente verdient, dann haben sie keinen der Begriffe Lebensleistung, Solidarität und Respekt verstanden.

Den Müttern, die zu Hause ihre Kinder aufziehen, und denen deshalb Beitragsjahre aus Erwerbstätigkeit fehlen, die Respekt-Rente zu verweigern, ist das respektloseste, ungerechteste und unsolidarischste Verhalten, dessen sich ein Politiker bezüglich Ausgestaltung der Rentenpolitik schuldig machen kann. Dieser neue Vorschlag der SPD ist auch nicht ansatzweise sozial gerecht und durchdacht."

Ludwig Briehl, Immendingen

"Respektrente: Daumen hoch"

"Mein Gerechtigkeitsempfinden sagt mir, dass jemand, der 35 Jahre lang eigene Beiträge in die Rentenkasse geleistet hat bei der gesetzlichen Alterssicherung bessergestellt sein muss als jemand, der gegebenenfalls keine Beitragsjahre vorweisen kann. Fünf Milliarden Euro jährlich für die Respektrente – ein wichtiger Beitrag eines reichen Landes aus Respekt vor einer Erwerbsarbeitsleistung und zugleich für den sozialen Frieden im Land. Solidarisch finanziert aus Steuermitteln.

Und: Hände weg von einer respektlosen und häufig als entwürdigend beschriebenen Bedürftigkeitsprüfung. Bitte nicht schon wieder ein solches Bürokratiemonster, zumal unser Rentenrecht eine solche Bedürftigkeitsprüfung ohnehin nicht kennt. Den viel zitierten Einwand mit der Zahnarztgattin, die von einer solchen Regelung auch profitieren würde, lasse ich nicht gelten. Erstens müsste auch sie eigene Ansprüche aus 35 Beitragsjahren erworben haben. Und zweitens: Bitte keine weitere Neid-Debatte. Der Rheinländer sagt: Man muss auch 'jönne könne'. Respektrente: Daumen hoch."

Klaus Bissor, Königsfeld-Neuhausen

"Solidarprinzip statt Gießkannenprinzip"

"Ich finde es nicht korrekt, wenn im Gießkannenprinzip eine Gruppe herausgenommen wird, die nach 35 Beitragsjahren nun eine Erhöhung bekommen sollen. Nach dem Solidarprinzip müssten alle prozentual eine Erhöhung bekommen.

Es ist an der Zeit, dass wir ein Rentensystem bekommen, wie es die Schweizer haben. Reiche, Arme, Handwerker und Freiberufler haben alle den gleichen Prozentsatz des Einkommens bei der Rente ohne Limit nach oben. Deshalb sind die Kassen besser gefüllt und jeder bekommt seine wohlverdiente Rente. Einen Beamtenstatus für die AHV gibt es nicht. Im Solidarboot müssen die Schweizer keine Gruppen mitfinanzieren, die nie oder wenig einbezahlt haben.

Wer heute behauptet, dass die Jungen den Alten ihre Rente finanzieren müssen, die sollen mal ihre Eltern fragen, wer nach 1945 die Nachkriegsrente erwirtschaftet hat. Meine Arbeitszeit war damals bis Samstag, 17 Uhr (55-62 Stunden pro Woche). Unser Rentensystem gehört grundlegend reformiert. Jeder müsste für seine Arbeitsleistung später in der Rente vernünftig leben können, ohne am Sozialtropf zu hängen."

Rudolf Stöcklin

"Recht auf ordentliche Rente"

"Die Geringverdiener, die mindestens 35 Jahre gearbeitet haben, haben ein Anrecht auf eine ordentliche Rente, von der sie auch leben können. Meistens sind es ja die Frauen, die noch die Kinder erzogen haben. Diesen Menschen stand ja schon im Berufsleben weniger Geld zur Verfügung, so sollten sie im Alter ein gutes Leben führen können."

Karin Griß, Radolfzell

"Ungeeigneter Versuch der SPD"

"Das Thema Respektrente ist ein verzweifelter und ungeeigneter Versuch der SPD, wieder zu besseren Umfragewerten zu kommen. Es widerspricht in eklatanter Weise dem Leistungsprinzip und führt nur zu neuen Ungerechtigkeiten. Ohne wenn und aber muss derjenige, der höhere Beträge in die Rentenversicherung einzahlt, auch höhere Leistungen erwarten können.

Diese Respektrente dann noch ohne Bedürftigkeitsnachweis zu zahlen, ist absoluter Blödsinn. Eine Erhöhung der Rente um 447 Euro monatlich ist gleichbedeutend mit einem Kapital von etwa 100.000 Euro, das pro Person verschenkt wird. Bei vier Millionen Personen reden wir von einem Kapital von 400 Milliarden. Das heißt, eine Finanzierbarkeit ist gar nicht gegeben.

Das Kernproblem ist, dass die Altersrenten in Deutschland generell zu gering sind und sich die verantwortlichen Politiker nicht an eine wirkliche Rentenreform wagen. Die Lösung wäre ein einheitliches Rentensystem für alle, in das Beamte, Freiberufler, Selbstständige und auch Politiker einzahlen. Dies wäre gerecht und würde, siehe Österreich, zu höheren Renten führen. Wenn dann noch die unterbezahlten Berufsgruppen ordentliche Gehälter bekommen, ist alles okay."

Harald Odersky, Konstanz

"Freibier für alle"

"Respekt für den respektablen Beitrag von Professor Jochem zur Respektrente! Vor allem die kreative Idee zur Finanzierung über die Beibehaltung des Solidaritätszuschlages. Der Staat wäre wirklich blöd, wenn er eine einmal eingeführte Steuer wieder abschaffen würde – auch wenn der Grund für die Einführung, nämlich der Aufbau Ost, allmählich erfüllt ist. Der Bürger weiß ja gar nicht so recht, was er mit dem eingesparten Geld anfangen sollte. Er könnte vielleicht auf die abwegige Idee kommen, sich damit eine
eigene Zusatzrente aufzubauen? Nein, der Staat weiß viel besser, was mit dem Geld des Bürgers geschehen soll. Von den 18 Milliarden Euro, die er mit dem Soli einnimmt, werden ja nur fünf Milliarden für die Respektrente gebraucht. Was aber geschieht mit den restlichen 13 Milliarden? Bevor die SPD ihr Füllhorn weiter über uns ausgie?t, hier noch ein Vorschlag: Freibier für alle. Bei 80 Millionen durstigen Seelen wären das, grob geschätzt, ein bis zwei Flaschen pro Tag. Eine Bedarfsprüfung erübrigt sich dabei ohnehin, besonders in diesen närrischen Fasnetzeiten!"

Albrecht Junker, Radolfzell

"Grundrente ja – aber nicht ohne Bedarfsprüfung"

"Grundsätzlich befürworte ich die Einführung einer Grundrente. Nicht anfreunden kann ich mich mit der 35-Jahre-Regelung ohne Bedarfsprüfung. Laut Minister Heil soll Lebensleistung belohnt werden, deshalb keine Bedarfsprüfung. Es gibt aber einige Leute, die haben ihr Leben lang bis zum Umfallen gearbeitet und nicht 35 Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt. Ich denke dabei an Selbständige, die ihr ganzes Geld in den Betrieb statt ihre Altersversorgung gesteckt haben und jetzt ohne Geld da stehen, weil diese Rechnung nicht aufgegangen ist. Haben die keine Lebensleistung vollbracht?

Warum soll zum Beispiel die Gattin eines Wohlhabenden, die ihr Leben lang einen Nebenjob hatte, mit einer höheren Rente belohnt werden, nur weil sie in die Rentenversicherung einbezahlt hat? Das Argument, es könnten von einer Rente nur diejenigen profitieren, die auch eingezahlt haben, kann ich nicht gelten lassen, da die Finanzierungslücken mit Steuergeldern geschlossen werden sollen. Inwieweit damit Beitragszahler mit geschönten Beitragssätzen und dafür hohen Steuern zum Narren gehalten werden, sei einmal dahingestellt.

Mein Vorschlag: Alle, die 35 Jahre nachweislich gearbeitet haben, erhalten die Grundrente, aber nur nach einer einfachen Bedarfsprüfung wie zum Beispiel: Das Eigenheim beziehungsweise die Eigentumswohnung sowie ein gewisses Geldvermögen bleiben unangetastet. Das Einkommen der Wohngemeinschaft darf nicht über der Grundrente liegen, die jedem zusteht. Damit würden die wahrscheinlich wenigen wohlhabenden Ehegatten rausfallen und dafür die wenigen wirklich Bedürftigen berücksichtigt."

Anton Schmidt

, Hürrlingen

"Grundrente könnte eine gute Sache sein"

"Wenn 2,46 Millionen Geringverdienerinnen in Westdeutschland und 140.000 Geringverdienerinnen in Ostdeutschland nicht die Bedingungen für die Grundrente erfüllen, sollte von Minister Heil dringend nachjustiert werden. Dass die Grundrente eine gute Sache sein könnte gegen die Altersarmut, ist für mich eine klare Sache. Ein weiteres böses Erwachen oder gar eine weitere Symbolpolitik gen Ostrentner würde vor allem die SPD sicherlich nicht überleben. Diesbezüglich ist leider bereits vor der Bundestagswahl 2014 richtig viel schiefgelaufen und manche Wohltat hat zwar zum Machterhalt unserer Bundeskanzlerin Merkel beigetragen, aber nur wenig zur Generationengerechtigkeit!

Als seinerzeit von der rot-grünen Bundesregierung mit viel Beifall von den Unionsparteien und der FDP die Agenda 2010 erschaffen wurde, war das meines Erachtens von unseren gewählten Volksvertretern definitiv keine sozialpolitische Glanzleistung. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse oder die sozialversicherungsfreien Minijobs wurden regelrecht zum Renner der Nation.

Und als unlängst der Freiburger Ökonom Raffelhüschen mit viel Lobhudelei dem sogenannten Schöpfer von Hartz IV viel moralischen Beistand geleistet hat, und er den ehemaligen Kanzler Schröder als Retter des Rentensystems in den Himmel hoch gelobhudelt hat, war das aus weiblicher Sicht ziemlich vermessen und voll daneben.

Für mich ist die Frage aller Fragen, was die mit der Blümsche-Tröte unters Volk gebrachte sichere Rente soll, wenn Millionen Menschen trotz Vollbeschäftigung nicht mehr von dieser Rente leben können und sie auf staatliche Aufstockung oder Wohngeld angewiesen sind.

Dass die Rentenkommission als graue Eminenz im Hintergrund die Füße dermaßen stillhält, und unter der Fuchtel von Mutti Merkel die Flickschusterei an der gesetzlichen Rente geflissentlich fortgeführt wird, anstatt endlich eine zukunftstaugliche generationengerechte Rentenreform anzugehen, ist für mich kein gutes Zeichen für den aktuellen Zustand unserer Parlamentarier und der rechtsstaatlichen Demokratie."

Margot Imm, Herdwangen-Schönach

"Lebensleistung honorieren"

"Die Rentendebatte kann keinen kalt lassen. Da haben Menschen ihr Leben lang gearbeitet und bekommen aufgrund ihrer Niedriglohnkarriere eine Mini Rente, zum Leben zu wenig zum Sterben zu viel. Was für ein Armutszeugnis für ein so reiches Land. Es muss jeden Bürger betroffen machen, wenn es für viele heißt: Ab nach Bulgarien, um in Europas Armenhaus mit ihrer Mini Rente überleben zu können. Nicht zu vergessen: Senioren zahlen auf die Rente im Alter den vollen Satz zur Krankenkasse (14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag). Im Gegensatz dazu fließen 300 Millionen Euro an Kindergeld ins Ausland. Es stände einem Staat gut an, seinen älteren Bürgern ihre Lebensleistung in Form einer Grundrente zu honorieren. Um seinen Bürgern, die mindesten 35 Jahre in die Rentenkasse einbezahlt haben, ein würdiges Altern zu ermöglichen. Getreu der Devise: Arbeit muss sich lohnen – auch in der Rente. Ohne dass es heißt: ab nach Bulgarien."

Christl Löffler, Gottmadingen

"Taschenspielertricks"

"Es ist kaum zu glauben, wie der Wähler hinter die Fichte geführt werden soll. Die schwarze Null (des früheren Finanzministers Wolfgang Schäuble) und jetzt die rote Null (des heutigen Finanzministers Olaf Scholz) glauben wirklich, uns mit ihren Taschenspielertricks einlullen zu können. Jeder Kaufmann muss für Investitionen und Verbindlichkeiten, die in der Zukunft liegen, Rückstellungen bilden, auch wenn im Moment die Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen sind. Andernfalls kann er sich, je nach Art und Größe des Betriebes, sogar strafbar machen.

Das gilt selbstverständlich nicht für unsere hoch qualifizierten Finanzpolitiker. Die lassen sich gerne für einen anscheinend ausgeglichenen Haushalt wider besseres Wissen feiern, beschließen aus wahltaktischer Klientelpolitik teure Wohltaten und kommen dann zeitversetzt kleinlaut aus der Versenkung mit der schlechten Nachricht, dass das Geld nun leider doch nicht reicht. Wie lange sollen wir uns Wähler diese Volksverdummung noch gefallen lassen?"

Jürgen Polath, Hüfingen

"Die Grundrente muss umgesetzt werden"

"Horst Seehofer hatte absolut Recht, als er sagte: 'Die Riester Rente ist gescheitert' und damit die Privatisierung der Rente. Dies kann ich als Riester-Sparer der ersten Stunde nur bestätigen. Die Privatisierung der Rente war kontraproduktiv!

Vergleich hierzu: Die Leistung des österreichischen Rentensystems, das auf die Privatisierung in den frühen 2000er Jahren verzichtet hat. Durchschnittsrente circa 800 Euro höher als in Deutschland. Ist das nicht erschreckend? Allerdings zahlen alle ein: Beamte, Politiker, Spitzenverdiener. Würde ich in Deutschland auch empfehlen.

Nun muss der Fehler korrigiert werden, da Millionen Geringverdiener absehbar in der Armutsfalle landen werden. Dies ist Fakt und belegt auch durch genügend Statistik.

Es ist völlig klar, dass die Grundrente für Millionen von Betroffenen nicht nur in einfachen Berufen, sondern auch tatsächlich von Akademikern die einzig richtige Antwort auf eine sich auftürmende Armutslawine sein wird. Sie ist gesellschaftlich längst überfällig und das ist den Politikern parteiübergreifend bewusst. Es kann auch nicht sein, dass die Mütterrente II ohne Bedürftigkeitsprüfung bezahlt wird, und doppelt so viel kostet wie die geplante Grundrente, dafür dann die Grundrente einer Bedürftigkeitsprüfung unterzogen wird. Das geht so nicht. Alle, die weitere Einnahmen haben, wie die berühmte Zahnarztgattin, werden ja über die Steuer zur Kasse gebeten. Erworben hat sie sich die Ansprüche natürlich durch eigene Arbeit und Beitragszeiten (35 Jahre).

Geld ist für alles da, siehe die Milliardenausgaben in der Flüchtlingshilfe oder die Aufrüstung. Da glaube ich schon, dass die Politik jetzt absolut gefordert ist die Grundrente, als ohne Zweifel wichtigstes gesellschaftsrelevantes Projekt zeitnah umzusetzen. Und zwar in der von Hubertus Heil vorgestellten Form. Dies wird auch auf dem sozialen Flügel der CDU so gesehen.

Peter Riedlinger, Löffingen

"Wir haben es uns verdient"

"Die Respektrente würde mich betreffen. Seit 2016 erhalte ich eine Altersrente für langjährig Versicherte, dabei werden 40 Jahre Versicherung anerkannt, davon war ich zuletzt 13 Jahre selbstständig tätig. Die Rente beträgt nach Abzug der Krankenversicherung 469,00 Euro. Durch die Mütterrente ist meine Erziehungszeit von drei Söhnen berücksichtigt worden, wobei mein dritter Sohn 1991 geboren, sodass mich die neue Erhöhung für Mütter von drei Kindern ab 1992 nicht betreffen würde, es leuchtet mir nicht ein, warum dieses Jahr gewählt wird.

Es ist meiner Ansicht nach wichtig, die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in den 80er Jahren zu berücksichtigen. Mein Mann hat sein Architekturstudium 1983 abgeschlossen, es war nicht einfach, eine Stelle zu bekommen. Für mich war es nicht möglich beziehungsweise ratsam, ein Lehramtstudium zu beenden, weil damals Lehrer allenfalls beim Schuh-Mayer eine Beschäftigung fanden. Es gab keine Kitas. Für Frauen war es damals angesagt, bis zum dritten oder vierten Lebensjahr die Kinder zu versorgen. Der wirtschaftlichen und politischen Situation damals kam das entgegen, beziehungsweise diese Rolle wurde den Müttern zugeteilt.

Mein Mann ist in einer kommunalen Verwaltung tätig, sein Gehalt ist nicht mit den berühmten Zahnärzten und Ärzten zu vergleichen. Trotzdem wird sein Verdienst bei meiner Rentenermittlung berücksichtigt. Ich empfinde diese Gerechtigkeits-Diskussion nicht nur als eine Ohrfeige, sie ist zutiefst verletzend.

Es hat mich und viele Mütter doppelt getroffen: Anfangs konnten wir nicht berufstätig sein, jetzt sind wir die Frauen, die am Gehalt des Mannes gemessen werden. Die Ängste, dass eine Zahnarzt-Gattin profitiert, ist der Gipfel der Empathielosigkeit, ein Fehlen aller Würde. Was ist eine Gesellschaft, die Empathie verloren hat? Ich würde diese Rente nicht "Respekt-Rente" bezeichnen, wir haben sie verdient!

Margot Weiß-Huber

"Respektrente ja, aber nicht ohne Prüfung"

"Ich bin dafür, weil damit endlich etwas für diejenigen getan wird, die an der unteren Seite der Rentenkette stehen. Es wird Zeit, dass auch die Beamten in die Rentenkasse. einzahlen, wie das in unseren Nachbarstaaten schon längst der Fall ist. Dann wäre genug Luft, um die Respektrente zu zahlen. Die Bedürftigkeit gehört allerdings geprüft."

Kaminski Michael, Rielasingen-Worblingen

"Zeit für einen Themenwechsel"

"Es ist Zeit, dass wieder andere Themen kommen. Wer durch irgend welchen Lebenswandel nicht weiter kommt- oder möchte-, verdient keine Respektrente. Die Frage ist immer warum. Oft kommen Menschen durch eigenes Versagen oder zu aufwendigen Lebenswandel in diese Situation. Auch sparen kann man lernen! Ich habe selbst, bedingt durch zunächst die Unterstützung meiner Eltern in der Landwirtschaft und später einer Krankheit keine 45 Monate gearbeitet und nicht in Kasse einbezahlt."

Paul Müller, Neufrach

Anmerkung der Redaktion: Einzelne Zuschriften wurden orthographisch redigiert und mit Blick auf die Bestimmungen des Presserechts passagenweise gekürzt.