Er war war 18 Jahre lang Außenminister und Vizekanzler. In seine Amtszeit fielen der Fall der Mauer und die 2+4 Gespräche. In Deutschland gehörte Genscher zu den beliebtesten Politikern und zu den prägendsten Persönlichkeiten der FDP. Wir blicken in Bildern auf sein Leben zurück.

Als Innenminister gefragt: Hans-Dietrich Genscher (r) überreichte dem Offenbacher Mannschaftskapitän Egon Schmitt den eroberten DFB-Pokal im Jahr 1970. Von 1969 bis 1974 war Genscher Minister des Inneren in der Bundesrepublik.
Als Innenminister gefragt: Hans-Dietrich Genscher (r) überreichte dem Offenbacher Mannschaftskapitän Egon Schmitt den eroberten DFB-Pokal im Jahr 1970. Von 1969 bis 1974 war Genscher Minister des Inneren in der Bundesrepublik. | Bild: dpa
Ein Terrorist (rechts) spricht am 5. September 1972 im israelischen Teamquartier im Olympischen Dorf der Münchner Sommerspiele mit dem ehemaligem Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher (3.v.l), dem ehemaligem bayerischen Innenminister Bruno Merck (2.v.r) und dem ehemaligem Münchner Polizeipräsidenten Manfred Schreiber (2.v.l). Acht Mitglieder der palästinischen Terrororganisation "Schwarzer September" drangen während der Olympischen Spiele in das Appartement der israelischen Mannschaft ein und nahmen elf Teammitglieder als Geiseln. Dabei wurden zwei der Israeli getötet. Bei der späteren Befreiungsaktion der Polizei am Flughafen sterben fünf der acht Geiselnehmer, ein Polizist und alle neun Israeli. Als Reaktion auf dieses Massaker ordnete Genscher, damals Innenminister, die Gründung einer Grenzschutztruppe 9 an.
Ein Terrorist (rechts) spricht am 5. September 1972 im israelischen Teamquartier im Olympischen Dorf der Münchner Sommerspiele mit dem ehemaligem Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher (3.v.l), dem ehemaligem bayerischen Innenminister Bruno Merck (2.v.r) und dem ehemaligem Münchner Polizeipräsidenten Manfred Schreiber (2.v.l). Acht Mitglieder der palästinischen Terrororganisation "Schwarzer September" drangen während der Olympischen Spiele in das Appartement der israelischen Mannschaft ein und nahmen elf Teammitglieder als Geiseln. Dabei wurden zwei der Israeli getötet. Bei der späteren Befreiungsaktion der Polizei am Flughafen sterben fünf der acht Geiselnehmer, ein Polizist und alle neun Israeli. Als Reaktion auf dieses Massaker ordnete Genscher, damals Innenminister, die Gründung einer Grenzschutztruppe 9 an. | Bild: DB dpa (dpa)
Diskussionsrunde nach der Wahl 1976. Die Parteivorsitzenden Willy Brandt (SPD), Helmut Kohl (CDU), Hans-Dietrich Genscher (FDP) - und per Zuschaltung auf dem Bildschirm Franz Josef Strauß (CSU) - diskutierten am 3. Oktober in Bonn. Nach dem Willen der Wähler konnten SPD und FDP ihre Regierungskoalition fortsetzen. Genscher blieb nach der Wahl Außenminister.
Diskussionsrunde nach der Wahl 1976. Die Parteivorsitzenden Willy Brandt (SPD), Helmut Kohl (CDU), Hans-Dietrich Genscher (FDP) - und per Zuschaltung auf dem Bildschirm Franz Josef Strauß (CSU) - diskutierten am 3. Oktober in Bonn. Nach dem Willen der Wähler konnten SPD und FDP ihre Regierungskoalition fortsetzen. Genscher blieb nach der Wahl Außenminister. | Bild: dpa (dpa)
1979 erhielt Genscher den Orden wider den tierischen Ernst des Aachener Karnevalsverein. Das Bild zeigt ihn jedoch 18 Jahre später in seiner Funktion als Altritter neben Freiherr von Heereman. Sie amüsieren sich köstlich über die ihnen gereichten "Ritterköpfe" des neuen "Raubritters Theo", Theo Waigel, aus Marzipan.
1979 erhielt Genscher den Orden wider den tierischen Ernst des Aachener Karnevalsverein. Das Bild zeigt ihn jedoch 18 Jahre später in seiner Funktion als Altritter neben Freiherr von Heereman. Sie amüsieren sich köstlich über die ihnen gereichten "Ritterköpfe" des neuen "Raubritters Theo", Theo Waigel, aus Marzipan. | Bild: Roland_Scheidemann
1982 trat Genscher von seinem Ministerposten zurück. Mit ihm gingen die FDP-Minister (l-r) Gerhart Baum, Otto Graf Lambsdorff und Josef Ertl. Der Rücktritt der vier FDP-Minister führte zum Sturz der SPD-Minderheitsregierung. Am 1. Oktober wurde Helmut Schmidt (SPD) durch ein Konstruktives Misstrauensvotum gestürzt, der Oppositionsführer Helmut Kohl (CDU) zum neuen Bundeskanzler gewählt. Auf dem Bild überreicht Bundespräsident Karl Carstens (2.v.l) im Beisein von Bundeskanzler Helmut Schmidt (l) den zurückgetretenen FDP-Ministern die Entlassungsurkunden.
1982 trat Genscher von seinem Ministerposten zurück. Mit ihm gingen die FDP-Minister (l-r) Gerhart Baum, Otto Graf Lambsdorff und Josef Ertl. Der Rücktritt der vier FDP-Minister führte zum Sturz der SPD-Minderheitsregierung. Am 1. Oktober wurde Helmut Schmidt (SPD) durch ein Konstruktives Misstrauensvotum gestürzt, der Oppositionsführer Helmut Kohl (CDU) zum neuen Bundeskanzler gewählt. Auf dem Bild überreicht Bundespräsident Karl Carstens (2.v.l) im Beisein von Bundeskanzler Helmut Schmidt (l) den zurückgetretenen FDP-Ministern die Entlassungsurkunden. | Bild: Egon Steiner (dpa)
Gänsehautmoment der deutschen Geschichte: Der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher (unter dem Fensterkreuz rechts) steht am 30.09.1989 mit anderen Politikern auf dem Balkon der bundesdeutschen Botschaft in Prag: Am 30. September 1989 hatte der FDP-Politiker dort den DDR-Bürgern im Garten verkündet, dass ihre Ausreise möglich geworden war.
Gänsehautmoment der deutschen Geschichte: Der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher (unter dem Fensterkreuz rechts) steht am 30.09.1989 mit anderen Politikern auf dem Balkon der bundesdeutschen Botschaft in Prag: Am 30. September 1989 hatte der FDP-Politiker dort den DDR-Bürgern im Garten verkündet, dass ihre Ausreise möglich geworden war. | Bild: Reinhard Kemmether (dpa)
An diesem Abend des 30. Septembers 1989 informierte Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (r) neben Kanzleramtsminister Rudolf Seiters vor der Bonner Vertretung in Prag die Journalisten.
An diesem Abend des 30. Septembers 1989 informierte Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (r) neben Kanzleramtsminister Rudolf Seiters vor der Bonner Vertretung in Prag die Journalisten. | Bild: Reinhard Kemmether (dpa)
Nach der Öffnung der Mauer: Hans-Dietrich Genscher (FDP) singt mit Altbundeskanzler Willy Brandt (SPD), Berlins Regierendem Bürgermeister Walter Momper (SPD), Jürgen Wohlrabe, Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, und Kanzleramtsminister Rudolf Seiters (CDU), bei der zentralen Kundgebung nach der Öffnung der Mauer am 10. November 1989 vor dem Schöneberger Rathaus in West-Berlin die Nationalhymne.
Nach der Öffnung der Mauer: Hans-Dietrich Genscher (FDP) singt mit Altbundeskanzler Willy Brandt (SPD), Berlins Regierendem Bürgermeister Walter Momper (SPD), Jürgen Wohlrabe, Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, und Kanzleramtsminister Rudolf Seiters (CDU), bei der zentralen Kundgebung nach der Öffnung der Mauer am 10. November 1989 vor dem Schöneberger Rathaus in West-Berlin die Nationalhymne. | Bild: dpa (A0009_dpa)
23. Dezember 1989: Hans-Dietrich Genscher, damals Außenminister, durchtrennte an diesem Tag gemeinsam mit seinem tschechischen Amtskollegen Jiri Dienstbier in Rozvadow (Roßhaupt) den Stacheldraht an der tschechisch-bayerischen Grenze. Sie durchtrennten damit symbolisch den Eisernen Vorhang.
23. Dezember 1989: Hans-Dietrich Genscher, damals Außenminister, durchtrennte an diesem Tag gemeinsam mit seinem tschechischen Amtskollegen Jiri Dienstbier in Rozvadow (Roßhaupt) den Stacheldraht an der tschechisch-bayerischen Grenze. Sie durchtrennten damit symbolisch den Eisernen Vorhang. | Bild: Martin Athenstädt (dpa)
Die drei Köpfe der Wiedervereinigung: Bundeskanzler Helmut Kohl (r), der sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow (M) und Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (l) unterhielten sich am 15. Juli 1990 in entspannter Atmosphäre an einem rustikalen Arbeitstisch in der freien russischen Natur, während die anderen Gäste unter anderem Raissa Gorbatschowa (M hinten) und Eduard Schewardnadse amüsiert die Szene betrachten. Das Bild ging um die Welt.
Die drei Köpfe der Wiedervereinigung: Bundeskanzler Helmut Kohl (r), der sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow (M) und Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (l) unterhielten sich am 15. Juli 1990 in entspannter Atmosphäre an einem rustikalen Arbeitstisch in der freien russischen Natur, während die anderen Gäste unter anderem Raissa Gorbatschowa (M hinten) und Eduard Schewardnadse amüsiert die Szene betrachten. Das Bild ging um die Welt. | Bild: dpa Pool (dpa)
Seine Unterschrift besiegelte den 2 plus 4-Vertrag: Am 12. September 1990 unterzeichneten der deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher (r) und sein DDR Premierminister Lothar de Maiziere (l) sowie die Außenminister der vier Siegermächte den Vertrag über die äußeren Aspekte der deutschen Einheit. Nach rund 45 Jahren erhielt Deutschland damit seine volle Souveränität zurück.
Seine Unterschrift besiegelte den 2 plus 4-Vertrag: Am 12. September 1990 unterzeichneten der deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher (r) und sein DDR Premierminister Lothar de Maiziere (l) sowie die Außenminister der vier Siegermächte den Vertrag über die äußeren Aspekte der deutschen Einheit. Nach rund 45 Jahren erhielt Deutschland damit seine volle Souveränität zurück. | Bild: Roland Holschneider (dpa)
Verhandlungen zum 2 plus 4 Vertrag: Hans-Dietrich Genscher sitzt für die BRD als Außenminister am Verhandlungstisch. Neben ihm (l) der sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse und der Außenminister der DDR, Markus Meckel. Bei den Konferenzen der zwei deutschen Staaten und der vier früheren Besatzungsmächte (Frankreich, Großbritannien, USA und Sowjetunion) wurden die äußeren Aspekte der kommenden deutschen Einheit verhandelt.
Verhandlungen zum 2 plus 4 Vertrag: Hans-Dietrich Genscher sitzt für die BRD als Außenminister am Verhandlungstisch. Neben ihm (l) der sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse und der Außenminister der DDR, Markus Meckel. Bei den Konferenzen der zwei deutschen Staaten und der vier früheren Besatzungsmächte (Frankreich, Großbritannien, USA und Sowjetunion) wurden die äußeren Aspekte der kommenden deutschen Einheit verhandelt. | Bild: Wolfgang Kumm (dpa)
Hans-Dietrich Genscher und Theo Waigel unterzeichnen am 7. Februar 1992 den Vertrag zur Wirtschafts- und Währungsunion der Europäischen Gemeinschaft in Maastricht (Niederlande).
Hans-Dietrich Genscher und Theo Waigel unterzeichnen am 7. Februar 1992 den Vertrag zur Wirtschafts- und Währungsunion der Europäischen Gemeinschaft in Maastricht (Niederlande). | Bild: epa
Ab 1969 war Genscher mit seiner Frau Barbara verheiratet. Viele Veranstaltungen besuchten sie gemeinsam, so wie hier die Eröffnung der Bayreuther Festspiele in Bayreuth im Jahr 2008.
Ab 1969 war Genscher mit seiner Frau Barbara verheiratet. Viele Veranstaltungen besuchten sie gemeinsam, so wie hier die Eröffnung der Bayreuther Festspiele in Bayreuth im Jahr 2008. | Bild: Jörg Carstensen (dpa)
25 Jahre Wiedervereinigung: Das feierte Hans-Dietrich Genscher in Begleitung seiner Frau Barbara am 3. Oktober 2015 in der Alten Oper in Frankfurt.
25 Jahre Wiedervereinigung: Das feierte Hans-Dietrich Genscher in Begleitung seiner Frau Barbara am 3. Oktober 2015 in der Alten Oper in Frankfurt. | Bild: Ralph Orlowski (Reuters Pool)