• Amerika zuerst: Bei seiner Amtseinführung im Januar 2017 machte Trump unmissverständlich klar, wohin die Reise geht: „Amerika zuerst“ („America first“). Anschließend verkündete er den Ausstieg der USA aus dem UN-Menschenrechtsrat oder aus dem Pariser Klimaabkommen. Er scherte auch aus einem bis dahin unverrückbaren internationalen Konsens in der Nahost-Politik aus, erkannte einseitig Jerusalem als Israels Hauptstadt an und ließ die US-Botschaft dorthin verlegen.
  • Handelskrieg: Einen aggressiven „America first“-Kurs fährt Trump auch in der Handelspolitik. Er beklagt, die USA hätten große Handelsdefizite und würden von anderen Staaten schamlos ausgenutzt. Im Frühjahr 2018 verkündete das Weiße Haus, Sonderzölle auf Stahlimporte und Aluminium zu erheben. Mit China liefert sich Trump seit Monaten einen nie da gewesenen Handelskrieg. Mit Europa hat sich Trump ebenfalls angelegt: Im Raum steht seine Drohung, Sonderzölle auf Autoausfuhren in die USA zu verhängen. Auch ein Handelsabkommen mit den Nachbarn Mexiko und Kanada kündigte er auf und ließ es neu verhandeln.
  • Atompolitik: Experten halten die Gefahr eines Militärschlags mit Nuklearwaffen inzwischen für so groß wie noch nie. Dafür gibt es zwei Gründe: Der Ausstieg Trumps aus dem Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe und die von ihm angedrohte Aufkündigung des mehr als 30 Jahre alten INF-Abrüstungsvertrags mit Russland, der landgestützte atomare Mittelstreckenraketen verbietet. Das Iran-Abkommen versuchen die Europäer zwar noch zu retten. Sollte es platzen, besteht aber die Gefahr, dass im Nahen Osten eine atomare Rüstungsspirale in Gang kommt, an der sich dann auch Irans Erzfeind Saudi-Arabien beteiligt.
  • Bündnispolitik: Trump hat die westliche Wertegemeinschaft heftig ins Wanken gebracht. Der G7-Gipfel auf Sizilien verlief holprig, der zweite Gipfel in Kanada endete im Streit. Zum westlichen Verteidigungsbündnis Nato steht Trump zwar noch. Beim letzten Gipfel in Brüssel verlieh er seiner Verärgerung über die bescheidenen Verteidigungsausgaben seiner Bündnispartner aber mit der Drohung Ausdruck, notfalls „sein eigenes Ding“ machen zu wollen.
  • Abschied von der Rolle als Weltmacht: Unter Trump erheben die USA nicht mehr den Anspruch, bei allen Konflikten auf der Welt mitzumischen. Seine jüngste Entscheidung, alle 2000 US-Soldaten aus Syrien abzuziehen und den Kampf gegen die Terrormiliz IS dort anderen zu überlassen, sorgte für Verunsicherung im Nahen Osten. Auch in Afghanistan erwägt Trump eine deutliche Reduzierung der US-Truppen. (dpa)