Doch den Fassbieranstich dazu wollen immer mehr CSUler aus der zweiten Reihe dem ewigen Dienstherrn nicht gönnen. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass sie es ihren Chef beim Parteitag in fünf Wochen spüren lassen. Die Frage ist: Hat die Partei ein Zugpferd im Stall, das es besser kann als Seehofer?

Was der CSU bevorsteht, ist nichts für Anfänger. Denn es sind zwei Dinge in Einklang zu bringen, die nicht zueinander passen: In Berlin muss die Partei konziliant auftreten – sonst kann man Jamaika mit den Grünen vergessen. In Bayern dagegen müssen am rechten Rand Grenzpfosten eingeschlagen werden, damit die Landtagswahl im Herbst 2018 nicht in die Binsen geht. Das für die CSU katastrophale 38-Prozent-Ergebnis bei der jüngsten Bundestagswahl ist eine Warnung. Kein Wunder, dass Seehofer das Ergebnis Merkel anlastet. So schart er seine Gläubigen um sich. Vermutlich ein letztes Mal.