Innenminister Thomas Strobl (CDU) gibt in diesem Jahr eine Million Euro zusätzlich an die zwölf Polizeipräsidien in Baden-Württemberg. Dies kündigte Strobl in einem Brief an die zwölf Polizeipräsidenten, der dieser Zeitung vorliegt, an. Der CDU-Politiker räumt darin eine "teilweise angespannte Lage" ein.

Sonderzuschüsse für Konstanz und Tuttlingen

Das Polizeipräsidium Konstanz kann offenbar mit einem Sonderzuschuss in Höhe von mehr als 80.000 Euro rechnen. Knapp 35.000 Euro fließen nach Tuttlingen.

Einige Polizeipräsidien im Südwesten haben Budget-Probleme. In Mannheim und Aalen wurden bereits Sparmaßnahmen angeordnet, die auf Einsparungen bei Ermittlungen hinauslaufen. So wird in Mannheim bei der Neuanschaffung von Ausrüstung gespart, auch eine Senkung der Benzinkosten wurde angeordnet.

Unter anderem seien in den Brennpunktrevieren in der Innenstadt präventive Streifenfahrten gestrichen worden. Der Sonderzuschuss aus Stuttgart soll deshalb vor allem für die gestiegenen Kosten bei den Ermittlungen verwendet werden.

Zwei Millionen Überstunden 

Die Polizeigewerkschaft bezeichnete den Zuschlag als nicht ausreichend. „Es darf nicht sein, dass die Polizei bei Ermittlungen sparen muss", sagte der Landesvorsitzende Ralf Kusterer. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass die Polizistinnen und Polizisten in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr rund zwei Millionen Überstunden geleistet haben.

Davon seien 1,39 Millionen Überstunden weder finanziell noch durch Freizeit ausgeglichen worden.