Es ist absurd: Der SPD flatterten seit ihrem Parteitag rund 1700 Aufnahmeanträge auf den Tisch. Doch für den angeschlagenen Parteichef Martin Schulz muss ausgerechnet das ein neuer Grund zur Sorge sein. Denn die Neu-Genossen haben ein klares Ziel – die GroKo zu verhindern. Ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Respekt vor dem Bonner Votum verwandeln die Jusos das Willy-Brandt-Haus in eine Schlangengrube.

Damit beschädigen sie längst nicht nur den von ihnen kritisierten Schulz, sondern die gesamte Partei. Paradox: Selbst glauben die Kämpfer um Kevin Kühnert noch immer, damit Schaden von der SPD abzuwenden. Dabei hatte Kühnert als tapferer Streiter viele Sympathien gewonnen.

Doch den Pfad der Tugend hat er mit dieser Masche leider verlassen. Tricks statt Argumente, das ist billig. Der CDU kann man beim Blick auf dieses Trauerspiel nur raten, schnellstmöglich einen Plan B zu entwickeln. Mit einer SPD, die ausschließlich mit sich selbst beschäftigt ist, ist kein Staat zu machen.