Deutschland hat 16 Bundesländer, das neue Kabinett bietet Platz für 14 Minister. Es versteht sich, dass beim fröhlichen Postenverteilen der großen Koalition nicht alle Landesverbände zum Zug kommen können. Dennoch darf man sich wundern: An Merkels rundem Tisch ist der Südwesten nach dem Rückzug von Wolfgang Schäuble nicht mehr vertreten. Bayern schickt drei Ressortchefs nach Berlin, Baden-Württemberg nicht einen einzigen – was für ein Ungleichgewicht.

Vor allem für die CDU im Land kann das Ergebnis nicht befriedigend sein. Die Christdemokraten stellen künftig zwar zusätzliche Staatssekretäre. Doch das Missverhältnis bleibt. Hat die Landes-CDU zu wenig ministrables Personal zu bieten? Oder konnte Landeschef Thomas Strobl nichts durchsetzen, weil sein Wort im Konrad-Adenauer-Haus zu wenig Gewicht hat? Der Landesvorsitzende hat derzeit wenig Fortüne. Jetzt werden ihm enttäuschte Parteifreunde zudem die Ministerliste unter die Nase reiben. Für Strobl wird es langsam eng.