Die alten Dämonen, sie spuken wieder. Zwei Jahre nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise wird die Debatte erkennbar schärfer. Fast fühlt man sich an alte Zeiten erinnert. Kein Wunder: Gelöst war die Herausforderung "illegale Migration" nie, nur ausgeblendet.

Seit in Deutschland und dem Rest der EU die Zahl der Ankommenden deutlich zurückgegangen war, hatte kaum noch ein Politiker erhöhten Blutdruck. Wozu auch streiten, wenn das Problem längst an Italien ausgelagert war. Selbst Horst Seehofer rückte irgendwie irgendwann von seiner Obergrenze ab. Erst als Rom einen schrillen Hilferuf ausstieß, blickten die europäischen Nachbarn kurz auf.

Doch Berlin ist mit seinem Wahlkampf beschäftigt, in Wien wird eifrig die Nationalratswahl vorbereitet. Bliebe also noch Brüssel, das eingreifen könnte. Dort wurde gestern ein "Aktionsplan" verabschiedet – alleine das Wort weckt fatale Befürchtungen: Meist heißt dies nichts anderes, als dass Handlung vorgetäuscht wird, wo die zündende Idee fehlt.