Union und SPD haben einen großen Stein aus dem Weg geräumt, der zum neuen Bündnis führt. Der Familiennachzug wird auch weiterhin ausgesetzt, das heißt: Kinder, Eltern oder Verwandte von Flüchtlingen dürfen bis Ende Juli nicht nachkommen zu ihrem Familienmitglied, das bereits hier lebt. Ab Sommer sollen es dann 1000 Menschen pro Monat sein.

Die angepeilte niedere Quote sendet ein mehrfaches Signal: Die SPD löst sich allmählich von der Vorstellung, dass die Bundesrepublik jeden aufnehmen kann und muss. Dieser Gedanke ist irrig. Deshalb ist der Kompromiss der Verhandler logisch. Faktisch nähert sich diese Regelung jener Obergrenze an, die Horst Seehofer nimmermüde wiederholt. Seine Obergrenze wurde viel geschmäht. Dabei ist sie längst Tatsache. Zum Zweiten haben die Sozialdemokraten den Schuss gehört, wenn auch stark zeitverschoben. Sollten sie weiterhin auf Neuwahlen spielen und aus der Verantwortung fliehen, dürften sie zu den Verlieren gehören.