Das kommt davon: Jahrelang hat die Politik einfach ignoriert, was da auf sie zurollt. Die gesundheitsgefährdende Schadstoffbelastung in den Ballungsräumen vor allem durch den Straßenverkehr ist ja nicht erst seit gestern bekannt.

40 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg leben im Großraum Stuttgart und müssen sich irgendwie zwischen Wohnort und Arbeitsplatz bewegen. Erst jetzt, durch Gerichtsurteile dazu gezwungen, geht man das Problem an. Das umfangreiche Maßnahmenpaket mit einer Geldspritze für den öffentlichen Nahverkehr, Priorität für saubere Mobilität und dem ernsthaften Verfolgen aller erdenklichen Alternativen bis hin zu Seilbahnen in Stuttgart sind der richtige Weg.

Beschritten allerdings wird er Jahre zu spät. Die Rechnung dafür zahlen jetzt diejenigen, die aufgrund fehlender öffentlicher Verkehrsangebote und miserabler Bus- und Bahnverbindungen noch auf ein Auto angewiesen sind und sich nicht einfach ein neues kaufen können. Das ist bitter.