Facebook hat nicht das Recht, sich zwischen Tote und Angehörige zu schieben. Aber genau das hat das soziale Netzwerk bisher gemacht. Sobald ein Nutzer stirbt, wird dessen Konto in den Gedenkmodus versetzt.

Auch mit Passwort haben Angehörige keine Chance mehr, auf den Account zuzugreifen. Und wie begründet das Facebook? Mit dem Datenschutz. Es klingt wie blanker Hohn, wenn sich ausgerechnet ein Unternehmen auf den Datenschutz beruft, das achtlos Millionen Nutzerdaten für Werbezwecke an Dritte weitergegeben hat. Es darf nicht sein, dass eine Plattform darüber bestimmt, wer das digitale Erbe antreten darf. Schlimmer noch: die persönlichen Daten für immer auf seinen Servern speichert.

Zum Glück hat der Bundesgerichtshof jetzt ein Machtwort gesprochen und Facebook in seine Schranken verwiesen. Jeder muss die Hoheit über seine Daten haben. Auch nach dem Tod sollten die Daten nur in vertrauensvolle Hände. Und das sind die der Angehörigen.