Oberverfassungsschützer Hans-Georg Maaßen ist darüber gestolpert, dass er Gefahren von rechts verharmloste. Seinen Kollegen in Baden-Württemberg kann man ideologische Einäugigkeit nicht vorwerfen: Der Verfassungsschutzbericht nennt klar beim Namen, was sich in den dunklen Ecken des Landes alles so tummelt, um der Gesellschaft zu schaden. Rechte Hetzer, linke Krawallos, islamistische Fanatiker – all diese Szenen wachsen. Oft sind sie besser vernetzt als die Behörden, die ihnen auf die Schliche kommen sollen.

Das hat seine Gründe. Das Internet hilft Extremisten jeglicher Richtung, Gleichgesinnte zu finden und zu radikalisieren. Zugleich bietet es zahllose Möglichkeiten, angebliche Missstände aufzubauschen und andere durch Hassbotschaften aufzuhetzen. So verschwimmen die Grenzen zwischen Brandstifter und Biedermann – wie etwa in Chemnitz, wo Rentner hinter Neonazis hermarschierten. Wenn der Staat für Sicherheit sorgen will, muss er lernen, beizeiten dazwischen zu gehen.